31.10.2002

INKUNABELN

Bildquelle: fuZo

Online-Zugriff auf Apostolische Bibliothek

Hewlett-Packard [HP] und der Heilige Stuhl haben in einem gemeinsamen IT-Projekt die berühmte Apostolische Bibliothek des Vatikans ins Internet gestellt.

Scans von antiken Bibeltexten, seltene Kunstwerke und handgeschrieben Briefe von Michelangelo und Martin Luther wurden vom Vatikan für die Öffentlichkeit freigegeben. Bisher war die Sammlung nur Gelehrten und Wissenschaftlern zugänglich.

Guter geschäftlicher Draht zum Heiligen Stuhl

HP stellte dem heiligen Auftraggeber die IT-Infrastruktur sowie weitere Hardware wie Drucker und Scanner zur Verfügung.

Didier Philippe, Chef von HP Europa, betonte, die Beteiligung am Projekt sei vor allem im kulturellem Interesse begründet. Doch hofft er natürlich auch auf einen guten geschäftlichen Draht zum Heiligen Stuhl. Bereits seit zehn Jahren ist der Konzern für die Netzanbindung des Heiligen Stuhls

verantwortlich.

Zugriff bleibt stark beschränkt

Bei einem ersten Test der Seite stellte der Bibelforscher Anthony Tambasco doch einige Mängel fest. Auf den ersten Blick sei die Navigation der Seite schwierig und nur frustrierend wenige Angebote seien verfügbar.

Der Zugriff auf die Bibliothek wird von der Kirche auch weiterhin stark beschränkt, nur einige Teile wurden freigegeben. Zum Beispiel kann nur eine Seite der seltenen "B"-Version des "Codex Vaticanus" abgerufen werden.

"Das Ganze gleicht mehr einem Online-Museum als einer virtuellen Wissensquelle", resigniert Tambasco.

Doch HP verspricht, dass die Seite an Umfang noch gewinnen werde. Dies sei erst der Anfang, sagte HP-Sprecherin Alison Connor. Man kratze zurzeit noch an der Oberfläche.