Online-Zugriff auf Apostolische Bibliothek
Hewlett-Packard [HP] und der Heilige Stuhl haben in einem gemeinsamen IT-Projekt die berühmte Apostolische Bibliothek des Vatikans ins Internet gestellt.
Scans von antiken Bibeltexten, seltene Kunstwerke und handgeschrieben Briefe von Michelangelo und Martin Luther wurden vom Vatikan für die Öffentlichkeit freigegeben. Bisher war die Sammlung nur Gelehrten und Wissenschaftlern zugänglich.
Die Apostolische Bibliothek
Die Apostolische Bibliothek wurde von Papst Nikolaus V. [im Amt
von 1447 bis 1455] gegründet. Sie umfasst 1,6 Millionen historische
Bücherbände. Weiters befinden sich darin 8.300 Inkunabeln [Drucke
aus der Zeit vor 1500], 150.000 Manuskripte und Verzeichnisse,
300.000 Münzen und Medaillen sowie mehr als 100.000 Drucke.
VatikanGuter geschäftlicher Draht zum Heiligen Stuhl
HP stellte dem heiligen Auftraggeber die IT-Infrastruktur sowie weitere Hardware wie Drucker und Scanner zur Verfügung.
Didier Philippe, Chef von HP Europa, betonte, die Beteiligung am Projekt sei vor allem im kulturellem Interesse begründet. Doch hofft er natürlich auch auf einen guten geschäftlichen Draht zum Heiligen Stuhl. Bereits seit zehn Jahren ist der Konzern für die Netzanbindung des Heiligen Stuhls
verantwortlich.
"Sünden können nicht online vergeben werden"
Der Vatikan sieht das Netz schon lange als "wunderbares
Instrument", das zur Verkündigung des Glaubens eingesetzt werden
sollte. Doch in puncto Online-Beichte bleibt man auch in Rom hart.
"Man kann online eine Reise buchen, Lebensmittel oder Bücher kaufen
- aber die Sünden können niemals online vergeben werden", so der
offizielle Standpunkt des Vatikans.
Keine Online-BeichteZugriff bleibt stark beschränkt
Bei einem ersten Test der Seite stellte der Bibelforscher Anthony Tambasco doch einige Mängel fest. Auf den ersten Blick sei die Navigation der Seite schwierig und nur frustrierend wenige Angebote seien verfügbar.
Der Zugriff auf die Bibliothek wird von der Kirche auch weiterhin stark beschränkt, nur einige Teile wurden freigegeben. Zum Beispiel kann nur eine Seite der seltenen "B"-Version des "Codex Vaticanus" abgerufen werden.
"Das Ganze gleicht mehr einem Online-Museum als einer virtuellen Wissensquelle", resigniert Tambasco.
Doch HP verspricht, dass die Seite an Umfang noch gewinnen werde. Dies sei erst der Anfang, sagte HP-Sprecherin Alison Connor. Man kratze zurzeit noch an der Oberfläche.
