Intershop mit Gewinnwarnung
Die Investitionszurückhaltung von Großunternehmen im Online-Geschäft verschärft die Probleme des angeschlagenen Software-Konzerns Intershop.
"Ein Verlust von bis zu drei Millionen Euro ist im vierten Quartal nicht auszuschließen", sagte Finanzvorstand Jürgen Schöttler am Mittwoch bei der außerordentlichen Hauptversammlung in Hamburg.
Dabei bezog er sich auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen [EBITDA]. Schöttler stellte damit das Ziel in Frage, im letzten Quartal ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen.
Intershop reduziert Nettoverlust weiterÜberleben
Nachdem Kundenaufträge verschoben wurden, rechnet Vorstandschef Stephan Schambach in den letzten drei Monaten 2002 allerdings mit Erlösen deutlich über dem Gesamtumsatz des dritten Quartals.
"Intershop hat die Konsolidierung überlebt und wird in Zukunft seinen Wettbewerbsvorteil ausbauen", sagte Schambach. "Wir befinden uns an einem Wendepunkt, von dem aus der Markt wieder wachsen kann."
Intershop verfüge über hoch innovative Produkte, ein weltweites Netzwerk von Partnern und Kunden sowie eine schlagkräftige Organisation.
Bei der Hauptversammlung in Hamburg stimmten die Aktionäre einer Herabsetzung des Grundkapitals von 96,5 auf 19,4 Millionen Euro zu. Mit der Zusammenlegung von fünf alten zu einer neuen Aktie soll der Kurs wieder über einen Euro gebracht und damit formal die Voraussetzung für den Einstieg von Finanzinvestoren geschaffen werden. Die Hauptversammlung war notwendig geworden, weil mehr als die Hälfte des Grundkapitals verloren war. Mit dem Kapitalschnitt werden die Verluste in der Bilanz bereinigt. In einem weiteren Schritt will Intershop neues Kapital bei Finanzinvestoren einwerben.
