31.10.2002

TRACKING

Bildquelle: AM

Industrie will Musik durchs Netz verfolgen

EMI, eines der großen Unternehmen in der Musikindustrie, will sich zukünftig mittels einer Software der Firma Audible Magic einen genaueren Überblick darüber verschaffen, wie seine Musikstücke durch das Internet wandern.

Die Software soll dabei einzelne Lieder nicht anhand ihres Namens oder der File-Länge wiedererkennen, stattdessen sollen jeweils bestimmte Klangeigenschaften verglichen werden, sodass Stücke auch umbenannt und in verschiedenen Formaten identifiziert werden können.

Audible hat schon Anfang letzten Jahres angegeben, dass ihr Programm Stücke anhand ihres "Klangs" wiedererkennt, jetzt gibt erstmals eines der Majorlabel den Einsatz offiziell bekannt.

Tauschbörsennutzer beobachten

Laut Audible hat der Musikindustrieverband RIAA [Recording Industry Association of America] die Technologie bereits dazu eingesetzt, Beweise für verschiedene Prozesse gegen Musiktauschbörsen zu sammeln.

Beweise sammeln

EMI verspricht sich vom Einsatz der Audible-Magic-Software vor allem einen besseren Überblick darüber, wie sich seine Stücke im Netz verbreiten.

Musiker informieren

Daneben will das Unternehmen aber auch seinen Musikern genauer sagen können, in welchem Unfang ihre Musik im Netz zirkuliert.

Eine Reihe wichtiger EMI-Acts [darunter die Beatles] haben nämlich bislang wegen der damit verbundenen Unsicherheiten die Freigabe ihrer Songs für legale Download-Dienste verweigert.

Zuletzt hatte sich EMI in diesem Zusammenhang auch an einer Aktion beteiligt, mit der Nutzer an legale Downloads "gewöhnt" werden sollten: Dabei konnten kurzfristig rund 100.000 Lieder kostenlos und legal heruntergeladen werden.