Industrie will Musik durchs Netz verfolgen
EMI, eines der großen Unternehmen in der Musikindustrie, will sich zukünftig mittels einer Software der Firma Audible Magic einen genaueren Überblick darüber verschaffen, wie seine Musikstücke durch das Internet wandern.
Die Software soll dabei einzelne Lieder nicht anhand ihres Namens oder der File-Länge wiedererkennen, stattdessen sollen jeweils bestimmte Klangeigenschaften verglichen werden, sodass Stücke auch umbenannt und in verschiedenen Formaten identifiziert werden können.
Audible hat schon Anfang letzten Jahres angegeben, dass ihr Programm Stücke anhand ihres "Klangs" wiedererkennt, jetzt gibt erstmals eines der Majorlabel den Einsatz offiziell bekannt.
Die Software vergleicht die akustischen "Fingerabdrücke" mit der firmeneigenen Datenbank.
Audible MagicTauschbörsennutzer beobachten
Laut Audible hat der Musikindustrieverband RIAA [Recording Industry Association of America] die Technologie bereits dazu eingesetzt, Beweise für verschiedene Prozesse gegen Musiktauschbörsen zu sammeln.
Die Lobbygruppe hat unlängst auch die ersten konkreten Schritte eingeleitet, um einzelne Nutzer von Online-Musiktauschbörsen zu verklagen.
Erster Tauschbörsennutzer soll vor GerichtBeweise sammeln
EMI verspricht sich vom Einsatz der Audible-Magic-Software vor allem einen besseren Überblick darüber, wie sich seine Stücke im Netz verbreiten.
Dies soll einerseits neue Wege aufzeigen, wie sich der unerwünschte Tausch zukünftig unterbinden lässt, andererseits sollen nicht näher beschriebene, "bereits bestehende Methoden" auf ihre Effizienz überprüft werden.
EMIMusiker informieren
Daneben will das Unternehmen aber auch seinen Musikern genauer sagen können, in welchem Unfang ihre Musik im Netz zirkuliert.
Eine Reihe wichtiger EMI-Acts [darunter die Beatles] haben nämlich bislang wegen der damit verbundenen Unsicherheiten die Freigabe ihrer Songs für legale Download-Dienste verweigert.
Zuletzt hatte sich EMI in diesem Zusammenhang auch an einer Aktion beteiligt, mit der Nutzer an legale Downloads "gewöhnt" werden sollten: Dabei konnten kurzfristig rund 100.000 Lieder kostenlos und legal heruntergeladen werden.
Die Kampagne sollte deutlich machen, dass nicht nur illegale Musikdateien aus dem Netz heruntergeladen werden können, und sie sollte das Interesse auf die legalen Sites lenken, deren Dienste nicht umsonst sind.
Nutzer an legale Downloads "gewöhnen"
