Abhörkosten auf der Handyrechnung
Wegen einer technischen Panne ist einem Zeitungsbericht zufolge Dutzenden mutmaßlichen Extremisten und Straftätern auf der Telefonrechnung für ihr Handy bekannt gemacht worden, dass sie abgehört wurden.
Laut "Süddeutscher Zeitung" bekamen die Betroffenen kürzlich eine Rechnung des Telefonanbieters O2, in der Verbindungen zu einer unbekannten Mailbox aufgelistet waren.
Die Zeitung berichtet unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass etwa 50 Personen die Kosten für gegen sie gerichtete Abhöraktionen in Rechnung gestellt worden seien.
Nach Angaben der Zeitung werden derzeit in Deutschland fast 20.000 Telefonanschlüsse abgehört. Besonders nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA habe die Zahl zugenommen.
Milliardenkosten durch Lausch-VerordnungSoftware-Panne
Das deutsche Bundeskriminalamt warnte deshalb laut "SZ" letzte Woche mit einer dringenden Mitteilung alle Landeskriminalämter. Der Münchner Funktelefon-Netzbetreiber O2 [ehemals Viag Interkom] habe einige bereits ausgedruckte, aber noch nicht abgeschickte Rechnungen noch aufhalten können, hieß es.
Dem Bericht zufolge ist ein Fehler, der bei einem Software-Update auftrat, für die Panne verantwortlich, die nur bei O2 aufgetreten sei.
Von dem Vorfall betroffen seien nur Inhaber einer 0179-Telefonnummer, die sich auf ihrer Rechnung Einzelverbindungen nachweisen ließen, heißt es in dem Bericht. Als diese die fragliche Mailbox-Nummer angerufen hätten, sei eine Ansage ertönt, wonach der Anruf nicht berechtigt sei.
Die Panne sei herausgekommen, als sich Betroffene bei ihrem Netzbetreiber über die Zusatzkosten beschwert hätten.
