AIM und ICQ wachsen zusammen
Ab der nächsten Version des AOL Instant Messengers [AIM] sollen AIM- und ICQ-User miteinander kommunizieren können.
Damit werden, rein rechnerisch, 260 Millionen Accounts zusammengeführt. ICQ zählt 120 Millionen Accounts in 245 Ländern [Zweit- und Dritt-Anmeldungen inkludiert], bei AOL sind 140 Millionen Accounts, vor allem in den USA, registriert.
Bisherige Versuche von AOL, MS, Yahoo und zahlreichen anderen Gruppen, einen einheitlichen Standard für IM zu schaffen, scheiterten bis jetzt. Software wie Trillian setzt auf der Client-Seite an und hat die Unterstützung für die verschiedenen Netzwerke in eine einzige Applikation integriert.
200 Millionen IM-Nutzer
Nach Schätzungen des Marktforschers IDC nutzen weltweit 200
Millionen Menschen Instant Messaging [IM], bereits ein Viertel davon
beruflich. Branchenexperten erwarten für die Kommunikation innerhalb
von Unternehmen einen Boom der Technologie.
Instant Messaging im BüroAusbau der Marktstellung
In der aktuellen Beta-Version AIM 5.1 können ICQ-User bereits zur Buddy-List hinzugefügt und Nachrichten an sie verschickt werden. ICQ-User wiederum können die Nachrichten zwar erhalten, aber noch keine AIM-User zu ihrer Buddy-List hinzufügen. Das soll ab der nächsten Version von ICQ möglich sein, so die Unternehmenssprecherin von AOL, Anne Bentley.
AOL hatte ICQ Mitte 1998 von Mirabilis gekauft, bis jetzt aber das Service von seiner Internet-Zugangssoftware getrennt gehalten. Die Entscheidung soll vor allem auf Grund der Limitationen des Clients gefallen sein, die nunmehr gelöst sein sollen, so firmennahe Quellen.
In den letzten Jahren konnten auch die Instant Messenger von Microsoft und Yahoo einen beachtlichen Teil des Marktes für sich gewinnen. Durch die Zusammenführung der beiden Clients AIM und ICQ könnte die Stellung von AOL auf dem IM-Markt weiter ausgebaut werden.
Die Kompatibilität des AIM zu anderen IM-Diensten war eine Auflage für die Fusion von AOL mit Time Warner. AOL hat letztes Jahr der "Federal Communications Commission" [FCC] einen Statusbericht zur Öffnung des AIM für andere Instant-Messaging-Services geliefert.
AOL testet kompatiblen Instant MessengerKommunikation zwischen den Netzwerken
Damit der Client mit mehreren Netzwerken kommunizieren kann, muss er die passenden Komponenten unterstützen. Eine Version des AIM aus dem Jahr 2000 konnte sich mit beiden Netzwerken verbinden, aber noch keine Nachrichten verschicken.
Der AIM hat ein modulares Design aus eng verknüpften Libraries, genannt COOL-Komponenten. Jedes Nachrichten-Protokoll, das von AOL verwendet wird, hat seine eigene Komponente, auch ICQ, das kurz nach dem Kauf in COOL portiert wurde. COOL ist auch in den letzten Versionen von Netscape enthalten.
Um die COOL-Komponenten zu testen, verwendet AOL eine spezielle Software, den Testbuddy, eine abgespeckte Version des AIM, der sich mit jedem AOL-Netzwerk verbinden kann.
