Nintendo droht EU-Strafe
Der japanische Videospiel-Hersteller Nintendo muss wegen Verstößen gegen das EU-Wettbewerbsrecht mit einer Geldbuße rechnen.
Das europäische Kartellamt ist der Ansicht, dass der Spielkonsolenhersteller mit seinen Importeuren und Distributoren in Europa illegale Absprachen getroffen hat.
Ziel sei es gewesen, Exporte in andere EU-Länder zu verhindern und damit die Preise in einigen Ländern künstlich hoch zu halten.
Strafe innerhalb der nächsten zehn Tage
George Harrison, Senior Vice President bei Nintendos
US-Niederlassung, bestätigte die Anschuldigung und fügte hinzu, dass
die Strafe innerhalb der nächsten zehn Tage offiziell bekannt
gegeben werden soll. Harrison betonte zugleich, dass Nintendo die
Distributionsvereinbarungen inzwischen den EU-Richtlinien angepasst
habe.
NintendoMarktaufteilung zu Lasten der Käufer
Die EU-Kommission hatte bereits im April 2000 einen entsprechenden Verdacht geäußert.
Damals warfen die Kartellhüter Nintendo und sieben Distributoren vor, sie hätten jedem Händler ein bestimmtes nationales Territorium innerhalb der EU zugeteilt, in dem dieser Nintendo-Produkte vertreiben und inoffizielle andere Vertriebskanäle sowie Exporte verhindern sollte.
Zu diesem Zweck soll der japanische Spielehersteller Ausfuhrbarrieren und -Kontrollen für die Einzel- und Großhandelskunden der Distributoren eingeführt haben.
