26.10.2002

MARKETING

Bildquelle: nyt

New York will keine Microsoft-Graffitis

Die Stadt New York droht Microsoft wegen einer Werbeaktion für seine Internet-Zugangs-Software MSN 8 umfassende Sanktionen an:

Der Konzern hatte zum Start seiner 300 Millionen USD schweren Kampagne die Stadt mit dem Schmetterlings-Logo von MSN überflutet und dabei verschiedene Aufkleber von 30 bis 50 Zentimeter Größe an U-Bahnstationen, Verkehrsschildern und Gehsteigen [in einer kräftigeren Plastikversion] befestigt.

Die Stadt sieht darin nichts weiter als Beschädigung öffentlichen Eigentums und fordert Microsoft auf, die illegalen "Corporate Graffiti" umgehend zu entfernen.

Entschuldigung von Microsoft

Yusuf Mehdi, Vizepräsident der Services und Business Abteilung von MSN, entschuldigte sich inzwischen bei der Stadt New York und seinen Bewohnern.

"Wir haben einen Fehler mit den Werbe-Aufklebern gemacht und werden dafür gerade stehen. MS wird die Kosten für die notwendige Reinigungsaktion, die bereits begonnen hat, voll tragen."

Kritiker mutmaßen, dass die Kampagne von vornherein auf eine Konfrontation mit der Stadt angelegt war, um vom entrüsteten Medienecho zu profitieren.

Als erste Vorwürfe erhoben wurde, behauptete die zuständige Werbeagentur noch, dass für die Aktion eine Genehmigung vorlag.

Deja vu

Microsoft ist allerdings nicht der Erfinder der "Corporate Graffiti":

Letztes Jahr ließ IBM für seine Linux-Werbekampagne namens "Peace, Love & Linux" eine Kombination aus einem Friedenssymbol, einem Herzsymbol und einem lächelnden Pinguin auf die Gehwege San Franciscos und Chicagos sprühen.