ICN-Mitarbeiter verhindern Jobabbau
Siemens-Konzern wird in seiner verlustreichen Netzsparte ICN voraussichtlich doch weniger Stellen abbauen als ursprünglich geplant. Jetzt sollen von den Personalkürzungen nur noch höchstens 1.100 Arbeitnehmer betroffen sein.
Noch im Sommer war vom Wegfall von bis zu 2.300 Stellen die Rede.
Angeblich haben sich Arbeitnehmervertreter und das ICN-Management bereits über das Ausmaß des Stellenabbaus geeinigt. Der ausgehandelte Kompromiss soll allerdings um bis zu 300 Mio. Euro höhere Kosten verursachen.
Die ursprünglichen Pläne hatten vorgesehen, dass mehr als 2.000 Beschäftigte in einer Beschäftigungsgesellschaft oder bei einer Leiharbeitsfirma untergebracht werden sollten. Dieses Vorhaben war auf heftigen Widerstand seitens der Belegschaft gestoßen.
Siemens-Mitarbeiter demonstrierenKompromiss
Nach den nunmehrigen Plänen, die aber noch von Siemens-Vorstandschef Heinrich von Pierer genehmigt werden müssen, sollen die betroffenen über 1.000 Arbeitnehmer für maximal 24 Monate 85 Prozent ihres Nettogehalts erhalten, um sich in dieser Zeit eine neue Arbeitsstelle suchen zu können.
Die Differenz zu den ursprünglich mehr als 2.000 Stellen will Siemens auf drei Wegen vermindern: Alle 5.000 Arbeitnehmer im Münchner ICN-Werk verkürzen ihre Arbeitszeit um zweieinhalb Stunden, was gut 300 Arbeitsplätze ausmacht.
Zudem sollen Aufträge an Fremdfirmen wieder von Siemens-Leuten erledigt werden, was gut 200 Stellen bringt. Darüber hinaus will der Konzern verstärkt versuchen, seine Beschäftigten mit einer Abfindung zum Abschied zu bewegen.
