22.10.2002

STUDIE

Bildquelle:

Videokapsel lokalisiert Darmblutungen

Kleine, bildgebende Kapseln, die geschluckt werden, um Blutungen im Dünndarm festzustellen, sind angeblich sicher, gut verträglich und genauer als herkömmliche Diagnosemethoden.

Aufzeichnung

Bei der Kapsel-Endoskopie schluckt der Patient eine Videokapsel, die Bilder aus dem Dünndarm liefert.

Die Bilder aus dem Intestinaltrakt werden zwei Mal pro Sekunde via Radiofrequenz oder Sensoren, die der Patient rund um den Bauch trägt, übermittelt. Die Signale werden digital aufgezeichnet und später heruntergeladen. Nach acht Stunden wird die Kapsel ausgeschieden und ein Gastroenterologe wertet die Bilder aus.

Das Team um Ramona Lim untersuchte 20 Patienten mit einer Magen-Darm-Blutung, deren Ursprung unbekannt war. Verglichen wurde die Kapsel-Technologie mit der so genannten Push-Enteroskopie.

Dabei wird eine kleine Videokamera über den Ösophagus und den Magen in das erste Drittel des Dünndarms geschoben. Mit der Kapsel-Technologie konnte laut Angaben der Forscher bei 70 Prozent der Patienten die Quelle der Blutung eruiert werden. Bei der Push-Enteroskopie lag die Erfolgsquote bei 45 Prozent.

Der Miami-Studie zufolge reagiert die Kapsel-Technologie auf Probleme im Dünndarm empfindlicher. Nachteile der Kapsel-Endoskopie sei aber, dass Gastroenterologen keine Biopsie oder Behandlung der Blutung im Dünndarm durchführen können. Des weiteren sei die Technologie nicht für alle Patienten geeignet.