22.10.2002

OVERWHELMING

Bildquelle: dev

DVD-Brennerpreise im freien Fall

Das Formatchaos bei beschreibbaren DVD-Medien könnte sich dem Ende zuneigen: Anstatt einer gemeinsamen Lösung ist der Markt dabei, zur Seite auszuweichen.

Bis dato konkurrieren die Standards DVD-RAM, DVD-RW und DVD+RW um den DVD-Brenner-Markt. Die Industrieriesen haben sich bis zum heutigen Zeitpunkt nicht auf ein einziges Format einigen können, was den Absatz von DVD-Brennern stark verzögert hat.

Da aber generell eine große Nachfrage nach beschreibbaren DVD-Technologien besteht, bahnen sich zwei Lösungen an.

Konkurrierende DVD-Standards ohne Ablaufdatum

Multiformat-Laufwerke unterstützen DVD-R, DVD-RAM und DVD-RW beziehungsweise DVD-R, DVD-RW und DVD+RW. Hitachi, Matsushita, Samsung und Toshiba präferieren die erste Lösung, NEC, Sanyo, Sony und andere die zweite. Alle Geräte sollen noch vor Weihnachten auf den Markt kommen bzw. sind sogar bereits erhältlich.

Keine der DVD-Varianten scheint derzeit auszusterben: Hinter jeder Lösung stehen mehrere Industriegiganten, die versuchen, ihren Standard zu pushen. Die Preise für DVD-Brenner sind zuletzt stark gefallen, von 1000 auf unter 300 USD.

Rohlinge ab 30 Cent im Großhandel

Das ein Mal beschreibbare DVD-R-Format scheint sich derzeit darüber hinaus als der heimliche Gewinner des Formatstreits abzuzeichnen. Frustriert über inkompatible Formate, greifen die Kunden zum "gewöhnlichen" DVD-Rohling, der mittlerweile sehr günstig zu haben ist. In österreichischen Elektronik- oder Computermärkten ist der Rohling schon für unter drei Euro zu haben. Der Supplier Princo will bis Jahresende die Rohlinge zum Großhandelspreis von 30 Cent anbieten.

Ein Mal statt mehrfach beschreibbar

Damit zeichnet sich ein ähnliches Szenario wie bei CD-Brennern ab, wo User hauptsächlich billige CD-Rohlinge, aber nur wenige wieder beschreibbare CD/RWs verwenden. Wie auch auf dem CD-Sektor ist der Preisunterschied zwischen ein Mal und mehrfach beschreibbaren Medien nur schwer zu überwinden.

"Auf lange Sicht werden Kunden viele ein Mal beschreibbare Medien verwenden und einen Vorrat von nur zwei bis drei mehrfach beschreibbaren DVDs anlegen", so Tetsuya Mutsu, Marketingdirektor bei Mitsubishi Chemical Media.

"Wir sehen DVD-R bereits als unser Kernprodukt", meint Shiro Miyauchi, Manager bei TDK. Unternehmen, die bis dato CD-Rohlinge gefertigt haben, können meist ohne großen Aufwand ihre Fertigungsstraßen auf DVD-R umstellen. Darüber hinaus sind für DVD-Rohlinge keine DVD-Lizenzgebühren zu zahlen.

Überangebot bei DVD-Brennern

Bei den Brennern selbst sorgen ein Überangebot an Geräten und Herstellern dafür, dass die Preise rasch fallen. Im Großhandel sollen DVD-Brenner zu Jahresende nur noch 150 USD kosten, ein Jahr darauf nur 100 USD. Spätestens bei diesem Level werden DVD-Brenner auch in Billig-PCs auftauchen, was die Nachfrage weiter ankurbeln wird.