Kein UMTS in "intelligentem Königreich"
Das bahrainische Telekom-Unternehmen Batelco lässt aufhorchen. Zur Abwechslung wird einmal keine neue angeblich nahezu unglaubliche technologische Errungenschaft bejubelt, sondern der Verzicht auf eine Technik.
Das Königreich werde auf Mobilfunktechnologie der dritten Generation gänzlich verzichten. Stattdessen setzt man auf WLAN. Derzeit sind erste Feldversuche auf dem Flughafen, in Hotellobbys und einem großen Einkaufszentrum in Vorbereitung.
"Das ist ein weiterer Beweis dafür, dass wir ein 'intelligentes Königreich' in Bahrain bauen", sagte einer der führenden Batelco-Manager, Harry James.
Profit mit UMTS erst 2014
Die Marktforscher von Forrester Research bezeichnen die
europäischen UMTS-Netzbetreiber als Träumer. Nach den Berechnungen
bräuchten die Netzbetreiber, selbst wenn ihre "unrealistischen
Marktdurchdringungs-Erwartungen" eintreffen sollten, eine
Verdreifachung des ARPU [durchschnittlicher Umsatz pro Kunde], um im
fünften Jahr den Break-Even zu erreichen.
Vier Gründe für langsame UMTS-EntwicklungZum Surfen am Strand ist es zu heiß
James eklärte die Beweggründe für die Entscheidung seines Unternehmens:
"Bahrainis brauchen das mobile Service nicht, für das 3G designed ist. Das Königreich hat nur minimalen öffentlichen Verkehr, weil es eine 'Autokultur' gibt ¿ also gibt es keinen Bedarf für UMTS wie, anders als in den Bus-und-Bahn-Kulturen von Hongkong, Singapur, Seoul oder Tokyo."
Auch zu Hause würden die Leute 3G nicht benötigen, da sie größere PC-Monitore vorzögen, um online zu gehen. "Es ist zu heiß hier, um am Strand zu sitzen und zu surfen ¿ also bleiben nur Einkaufszentren, Cafes und Hotellobbys, welche wir mit schnelleren WLANs versorgen können."
Batelco schreibt schwarze ZahlenAußerdem habe Bahrain einen hohen Anteil technophiler junger Menschen, die schon darauf warteten. "Ich würde sagen, Batelco und Bahrain werden wirkliche Gewinner sein."
Ob Batelco WLAN nur für Datenverbindungen oder auch für Telefonate nutzen wolle, wurde nicht mitgeteilt.
