Medien-Phänomen Lara Croft
Die Tombraider-Serie ist mit zirka 28 Millionen verkauften Exemplaren eines der erfolgreichsten
Computerspiele. Die Hauptfigur Lara Croft ist ein singuläres Medien-Phänomen.
Keine andere virtuelle Figur hat es auch nur annähernd zu ähnlichem Kultstatus gebracht. Die Berliner Genderforscherin Astrid Deuber-Mankowsky hat sich in ihrem Buch "Modell, Medium und Cyberheldin" mit der Biographie, der Weiblichkeit und den Vermarktungsstrategien von Lara Croft auseinandergesetzt.
Traumfrau - Frauentraum
30 bis 40 Prozent der Tombraider-Spieler sind nach
Angaben von Eidos weiblichen Geschlechts. Ein erstaunlich hoher Anteil. Astrid Deubler-Mankowsky ist bei ihrer Untersuchung zu dem Ergebnis gekommen, dass hergebrachte Klischees, bei der Konstruktion Lara Crofts nicht wirklich durchbrochen wurden.
Der Star von Tombraider soll nur deshalb zur weiblichen Figur geworden sein, weil der angestrebte Charakter, zu sehr an Indiana Jones erinnerte, und man einer möglichen Urheberechtsklage aus dem Weg gehen wollte. Böse Zungen behaupten: Ihr Körper mit dem überdimensional großen Busen sei der einzige Hinweis auf ihre Weiblichkeit. Denn eigentlich entspricht sie dem typischen Stereotyp des einsamen ungebundenen männlichen Helden. Sie hat keine Sexualität, und keine wirklichen Bezugspersonen.
Astrid Deubler-Mankowsky im Interview
"Ich denke, das ist das Phänomenale an Lara Croft: Sie verbindet männliche Stereotypen und weibliche Stereotypen und erfüllt eigentlich Ermächtigungsphantasien beider Geschlechter. Also Mädchen können sich als
vollkommen unabhängig imaginieren und in dieser narzißtischen Identifikation ist es nicht notwendig, sich in einer Beziehung stehend zu definieren, weil sie
Heute 22:30 im Ö1-Magazin matrix
Nur mehr vier Wochen, dann wird sie uns erscheinen ¿ in einem neuen Abenteuer. Und wieder wird sie sich schwingen von einem Eck des Monitors zum anderen, herumballern wird sie, und sie wird garantiert keinen textilen Pixel zu viel zeigen! Theodossios Theodoridis, PR-Manager beim Deutschen Ableger von Eidos und die Berliner Kulturwissenschafterin Astrid Deubler-Mankowsky über das Medienphänomen Lara Croft. Eine geschlechtsspezifische Lektion in Sachen Handynutzung erteilt der zweite Beitrag. Ausserdem steht ein Bar-Besuch in Manhatten am Programm: "Streng öffentlich" - so das Motto der
Remote Lounge, wo man am Eingang das Recht auf Privatsphäre abgeben muss.
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