20.10.2002

DROHUNG

Bildquelle: siemens

Siemens könnte nach AT "auswandern"

Deutsche Unternehmen laufen derzeit Sturm gegen die Koalitionsvereinbarung von Rot-Grün. Das ergab zumindestens eine Umfrage der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" bei den Vorstandsvorsitzenden großer Konzerne.

Die Unternehmen denken bereits daran, angesichts der wachsenden Steuerlast ihre Konzernspitze in das Ausland zu verlagern. So verlautet von Siemens in München, man erwäge, ob es nicht sinnvoll und angebracht sei, auszuwandern und eine Firmenholding im Ausland anzusiedeln.

Steuer-Ärger

Besonders verärgert sind die großen Unternehmen über die von der Koalition geplante Mindeststeuer, wonach die Unternehmen künftig nur die Hälfte ihres Gewinns durch frühere Verluste mindern können. Die Firmen kontern: "Für eine Mindestbesteuerung gibt es keine Grundlage."

Von "Konzeptionslosigkeit und Flickschusterei", spricht Kajo Neukrichen, Chef der MG-Technologies in Frankfurt und bemängelt den fehlenden Mut zu Reformen. "Wenn die Wirtschaft weiter so abgewürgt wird, besteht die Gefahr, daß aus dem Sanierungs- ein Konkursfall wird", wettert Neukirchen.