19.10.2002

OBACHT

Bildquelle: PhotoDisc

Surfen kann Privatsphäre gefährden

Wer sich ins World Wide Web begibt hinterlässt dort unterschiedliche persönlichen Daten, die auch missbräuchlich verwendet werden können.

Verbraucherschützer der Arbeiterkammer fassen ihre jüngsten Erhebungen dazu mit der Warnung "Internetsurfen kann ihre Privatsphäre gefährden" zusammen und fordern mehr Sicherheit für Konsumenten beim Surfen im Internet. Das Ö1-Mittagsjournal hat darüber mit den AK-Experten gesprochen.

Die von Usern im Netz bewusst oder unbewusst hinterlassenen Daten werden nicht selten missbräuchlich verwendet. Spam ist dabei noch eine eher harmlose Folge.

AGBs lesen wird empfohlen

Veraltete Datenbestände oder die elektronische Verknüpfung von getrennt geführten Datensammlungen können zum Beispiel ein falsches Bild über eine Person zeichnen, was ganz reale Nachteile mit sich bringen kann.

"Beispielsweise bekommt man schlechtere Konditionen oder man bekommt überhaupt keinen Vertrag und kann kein Geschäft abschließen" führte Harald Glatz aus.

So ist es unter anderem ratsam, sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen [AGB] der Provider durchzulesen beziehungsweise sich Informationen über die Datenschutzpraktiken des jeweiligen Anbieters zu besorgen, meint AK-Datenschutzexpertin Daniella Zimmer.

Oft illegale Speicherungen

Sie nannte als negatives Fallbeispiel die AGB eines Anbieters von personalisierten Web- und Kommunikationsdiensten: "Darin stand, dass der Anbieter acht Wochen lang, den Inhalt von SMS und Emails, speichert um missbräuchliche Verwendungen zu verhindern und das ist ein glatter Gesetzesbruch." Die Nachrichten müssten nach der Zustellung eigentlich gelöscht werden.

Pseudonyme als Ausweg

Grundsätzlich empfehlen die Konsumentenschützer: Sparsam mit der Preisgabe von Daten zu sein sowie Gewinnspiele zu meiden:

"Auch unentgeltliche Dienste enthalten Datenschutzgefahren. Viele Seiten, die unentgeltlich sind, finanzieren sich über Datenspeicherung und Weitergabe von Daten. Hier ist es besonders empfehlenswert, unter Pseudonymen, soweit es geht, aufzutreten."

Auch auf das Vorhandensein eines Gütesiegels könne man nicht immer vertrauen: "TRUSTe, ein internationaler Anbieter beispielsweise, verspricht nichts anderes, als dass irgendeine Form von Datenschutzpolitik auf den Seiten ausgewiesen wird. Darunter finden sich allerdings auch e-commerce-Anbieter, die extrem viel Daten speichern und auch an Dritte weiterreichen."