TI-Rückzug beginnt "in einigen Wochen"
Telekom-Austria-Generaldirektor Heinz Sundt hat am Freitag Abend auf der Gewinn-Messe bestätigt, dass die Telecom Italia "in den nächsten Wochen" bis zu 15 der von ihr gehaltenen 29,8 Prozent der TA-Aktien veräußern werde.
Über die Art und Weise der Anteilsreduktion würden derzeit "intensive Gespräche" laufen. In der Folge seit mit weiteren Verkäufen zu rechnen, da die TI sich weiterhin von ihrem TA-Anteil gänzlich zu trennen gedenke.
Kann an einem Nachmittag abgeschlossen sein
Der Börsengang zum Ausstieg der Telecom Italia [TI] aus der
Telekom Austria [TA] scheint abgesagt. Bis zu 15 Prozent ihres
Anteils an der TA will TI direkt an institutionelle Investoren
verkaufen.
TA-Aktienpaket wird direkt verkauftDividende frühestens 2004
Sundt sagte weiter, dass man plane, 2004 eine Dividende an die Aktionäre auszuschütten. Allerdings könne dies nicht garantiert werden, da man eine maßvolle Akquisitionspolitik fahren wolle.
Derzeit überlege die TA sich in den Mobilfunkmärkten von Bosnien, Serbien und Montenegro zu engagieren und beobachte entsprechend die Entwicklungen.
Außerdem kritisierte der Chef des Ex-Monopolisten wieder die Regulierung. Die TA sei gezwungen worden, ihre Infrastruktur dem Mitbewerb zu nicht kostendeckenden Tarifen zur Verfügung zu stellen.
Telekom-Manager über den Regulator
Sundts Kollege Rudolf Fischer, im TA-Vorstand für den
Festnetzbereich zuständig, hatte kürzlich mit tieffliegenden
Anwürfen gegen den Manager der Regulierungsbehörde für Aufsehen
gesorgt: "Man sollte mittelmäßig intelligente Menschen nicht auf die
Volkswirtschaft loslassen."
Telekom Austria mit Regulator unzufriedenSo wird berechnet
Die Berechnung der Tarife erfolgt laut Gesetz nicht nach den tatsächlich entstehenden Kosten, sondern es werden die Forward Looking Long Run Incremental Costs ermittelt, die mit für die Erbringung der Leistung tatsächlich erforderlichen Anlagen auflaufen würden.
Werden teurere Anlagen eingesetzt oder zu hohe Nebenkosten generiert, können die Tarife nicht kostendeckend sein.
Hinzu kommen Aufschläge für Kapitalbeschaffung [WACC] in Höhe von 9,34 Prozent.
Damit liegen die österreichischen Tarife [ICF] im Europavergleich im oberen Drittel.
