Die Zukunft der SMS
Der SMS-Boom nimmt kein Ende: Was als vernachlässigtes Feature Anfang der Neunziger begann, hat sich mittlerweile zu einem veritablen Umsatzträger für Mobilfunkfirmen gewandelt.
Nachdem die wichtigste Kenngröße für Mobilfunkbetreiber, der durchschnittliche Umsatz pro Kunde, seit einiger Zeit nahezu konstant bleibt, ist man ständig auf der Suche nach neuen Applikationen.
Bis 2005 wird die Zahl der Handybenutzer um 50 Prozent auf 1,5 Milliarden wachsen.
Stets den Erfolg von SMS vor Augen, wird versucht, einen ähnlichen Impact mit neuen Produkten zu erreichen. Was liegt also näher, als ein bekanntes Element [SMS] mit einem Buzzword [Multimedia] zu verbinden.
Multimedia Message Service
Das Ergebnis lautet MMS [Multimedia Message Service]. Seit dem
Sommer auch in Österreich im Einsatz, können Benutzer Bilder, kurze
Audio- und Videoclips samt Textnachricht hin- und herschicken.
MMS startet in ÖsterreichTextnachrichten bis zu 4.000 Zeichen
Darüber hinaus können reine Textnachrichten mit bis zu 4.000 Zeichen versandt werden.
Dennoch sind die Erwartungen eher verhalten. Das Marktforschungsunternehmen Forrester rechnet für Österreich mit 845.000 regelmäßigen MMS-Usern 2004, 2,1 Millionen 2005 und 2,7 Millionen 2006. Die Anzahl der versendeten MMS pro Monat soll von 2004 bis 2006 von 1,7 auf 13,5 Millionen steigen.
Gedämpfte Erwartung
Die Mobilkom, als erster Anbieter in Österreich mit MMS auf dem
Markt, rechnet aber damit, dass die Zahlen um rund 30 Prozent zu
hoch gegriffen sind. Auf den durchschlagenden Erfolg muss man also
noch warten, alle Betreiber hoffen jedoch, nach den üblichen
Anfangsschwierigkeiten echten zusätzlichen Umsatz zu generieren.
Noch wenig MMS-UserUMTS-Aufbau dauert
Denn die UMTS-Konkurrenz liegt noch in weiter Ferne: Selbst bei voll ausgebautem Netz dauert es noch Jahre, bis GSM an Bedeutung verliert. UMTS wird bewusst als zusätzliches Netz, nicht aber als Ersatz für das herkömmliche, reibungslos funktionierende GSM-Netz gesehen.
Neben den Schwierigkeiten des engmaschigen Netzausbaus kommt bei UMTS noch hinzu, dass passende Endgeräte rar sind. Darüber hinaus gestaltet sich das Upgrade bei UMTS [technisch WCDMA] schwieriger als etwa in den USA, wo problemlos von CDMA auf CDMA2000 aufgerüstet werden kann.
Text bleibt, Kürzel ändern sich
In der einen oder anderen Form werden Textnachrichten mehrere kommende Standards überleben. Text - sei es Brief, E-Mail, Dokument, SMS oder MMS - bleibt eine Killerapplikation. Zusammen mit dem mobilen Faktor, der durch Handys ins Spiel gebracht wird, werden SMS plus diverse Nachfolger aus der Handywelt nicht mehr wegzudenken sein.
