MobilCom-Schulden angeblich erlassen
Der Vorstand des Mobilfunkanbieters MobilCom hat sich nach einem Zeitungsbericht mit dem französischen Großaktionär France Telecom weitgehend auf einen Schuldenerlass von rund 7,5 Milliarden Euro geeinigt.
Ein entsprechendes "Memorandum of understanding" solle zwischen den Vertragsparteien in den nächsten zwei Wochen unterzeichnet werden, berichtet das "Handelsblatt" am Freitag.
France Telecom hat den Bericht dementiert. Der Konzern wies entsprechende Gerüchte "entschieden" zurück.
Money, money
Die Vereinbarung sehe unter anderem vor, dass France Telecom an
MobilCom 485 Millionen Euro für die Einfrierung des Netzaufbaus der
neuen Mobilfunkgeneration UMTS zahle. Außerdem übernehme France
Telecom das UMTS-Darlehen von 4,7 Milliarden Euro,
Gesellschafterkredite von über einer Milliarde Euro sowie offene
Forderungen der Netzausrüster Nokia und Ericsson von insgesamt 1,22
Milliarden Euro.
France TelecomKeine Schadenersatzansprüche
Im Gegenzug verpflichte sich MobilCom, keine Schadenersatzansprüche gegen den 28,5-prozentigen Anteilseigner aus dem Kooperationsvertrag zu stellen.
Die Vereinbarung müsse noch auf einer außerordentlichen Hauptversammlung von MobilCom genehmigt werden, die voraussichtlich Mitte Dezember stattfinden werde.
Die von der Insolvenz bedrohte MobilCom hatte nach eigenen Angaben erst Anfang der Woche einen Aufschub zur Tilgung ihrer UMTS-Kredite in Höhe von 4,7 Milliarden bekommen. Bei der dritten Stundung innerhalb weniger Monate verlängerten die Banken die Frist allerdings nur noch um gut zwei Wochen bis zum 31. Oktober.
