17.10.2002

MPF

ARM zeigt erste ARM11-Prozessoren

ARM stellt auf dem Microprocessor Forum die ersten ARM11-Derivate vor. Der ARM1136J-S und ARM1136JF-S takten mit maximal 533 MHz und sind besonders stromsparend ausgelegt.

Den ARM11-Core stellte der britische Chipdesigner schon Ende April 2002 auf dem Embedded-Processor-Forum vor. Mit den ARM1136-Prozessorn hat ARM jetzt auch entsprechende Produkte parat. Die ARM11-Microarchitektur nutzt erstmals den ARM-v6-Befehlssatz, der auf dem Microprocessor-Forum 2001 vorgestellt wurde.

Einsatzgebiete

Die auf dem Microprocessor-Forum vorgestellten ARM1136J-S und ARM1136JF-S sollen in Set-Top-Boxen, digitalen Kameras, mobilen Telefonen, Modems und WLAN-Access-Points Einsatz finden.

ARM11 unterstützt die Betriebssysteme Windows CE [Pocket PC 2002], Palm OS, WindRiver, Symbian und Linux. Die neuen Prozessoren sind damit auch für den Betrieb in PDAs gerüstet.

ARMs ARM1136-Prozessoren nutzen eine achtstufige Pipeline. Während der Core des ARM1136J-S nur mit einer Integer-Einheit aufwarten kann, beherrscht der ARM1136JF-S auch Floating-Point-Berechungen mit einfacher und doppelter Genauigkeit. Eine hohe Trefferquote mit 85 Prozent soll die dynamische Sprungvorhersage des ARM11-Cores liefern. Den Zugriff auf die konfigurierbaren Daten- und Befehls-Caches ist mit zwei Taktzyklen möglich. In einem Referenz-Design von ARM fassen diese je 16 KByte. Vier 64 Bit breite Datenbusse verbinden den ARM1136J[F]-S mit der Peripherie. Die Busse lassen sich synchron oder asynchron takten.

Verbrauch

Die beiden ARM11-Prozessoren sind in einem 0,13-Micron-Prozess gefertigt. Bei einer Core-Spannung von 1,0 V sollen die CPUs 160 mW bei 400 MHz Taktfrequenz benötigen.

Um wenig Strom zu verbrauchen, verfügen 93 Prozent der Flops über ein Clock-Gating. Zusätzlich beherrscht der ARM1136J[F]-S vier Power-Management-Modi: Run, Standby, Dormant und Shutdown.

ARM will die ersten Lizenzen des ARM1136J[F]-S im Dezember 2002 vergeben.