17.10.2002

STUDIE

Bildquelle: orf on

Datenmissbrauch im E-Commerce

Die fünf umsatzstärksten Online-Shops in Deutschland verstoßen angeblich zum Teil massiv gegen den Datenschutz.

Ohne Einwilligung der Kunden werden alle Informationen über das Kaufverhalten gesammelt, gespeichert und weiter verwendet - ein Schritt auf dem Weg zum "gläsernen Verbraucher".

Das ergab eine Untersuchung des Instituts für Interaktive Medien [IAM] an der Fachhochschule Nordostniedersachsen in Lüneburg.

Datensammlung ohne Einwilligung

Das IAM prüfte, ob die Online-Händler die gesetzlichen Vorgaben über den Fernabsatz, das Teledienstedatenschutzgesetz und das Teledienstegesetz in den jeweiligen Shops umsetzen.

Das Ergebnis sei fatal gewesen. Die Angebote von amazon.de, bol.de und tchibo.de nutzen nach eigenen Angaben personenbezogene Daten, um das Kundenverhalten zu analysieren:

"Eine Einwilligung des Käufers wird dafür nicht eingeholt. Doch das schreibt das Gesetz vor," so die Verfasser der Studie.

Vorbildlich hingegen seien otto.de und quelle.de: Diese Angebote verzichten auf die Erstellung von Nutzerprofilen, die Rückschlüsse auf das Kaufverhalten von Kunden ermöglichen.

Die Studie deckte noch einen zweiten Mangel auf. Bei allen fünf Angeboten sind die Hinweise zum Datenschutz auf der Website nur schwer zu finden. Dazu der Leiter des Instituts für Interaktive Medien, Professor Mathias Groß: "Die Informationen zum Datenschutz sind für den Kunden schwer zu finden. Über seine Rechte wird er erst nach einem Labyrinth der Clicks informiert." Das Gesetz schreibe aber vor, dass die Hinweise deutlich erkennbar sind.