Netz keine Bedrohung für Zeitungen
Die Krise bei den Printmedien in Deutschland ist nach Einschätzung der Verlage in erster Linie ein vorübergehendes Problem:
"Die Zeitungen waren in den vergangenen Jahren in ihrer Anzeigenentwicklung immer ein Spiegelbild der konjunkturellen Verhältnisse", sagte Hans Gasser, Geschäftsführer bei der "Süddeutschen Zeitung", am Mittwoch auf den Medientagen in München.
Viele große Verlage sind in die roten Zahlen gerutscht. In den vergangenen Monaten kündigten insbesondere die Tageszeitungen den Abbau von hunderten von Arbeitsplätzen an. Gerade die Qualitätszeitungen wie "SZ" und "FAZ" seien die Nutznießer des Booms der Jahre 1998 bis 2000 gewesen, sagte Gasser. In der Folge hätten sie umfangreiche Investitionen getätigt sowie Ressorts und Umfänge aufgestockt. Der Absturz vor allem bei den Stellenanzeigen treffe sie nun um so härter.
Süddeutsche ZeitungKeine Angst vor dem Netz
Das Internet hat für die Verlage mittlerweile etwas an Bedrohung verloren. Strukturell gefährdet seien bei den Zeitungen möglicherweise die Bereiche Stellen-, Auto- und Immobilienanzeigen, sagte Gasser.
Die Zeitungen müssten ihre Print-Anzeigenmärkte mit eigenen Online-Plattformen verknüpfen. Ansonsten aber gelte: "Wir glauben, dass das Internet der SZ nicht Leser und Käufer weggenommen, sondern eher zugeführt hat."
