16.10.2002

SEMPER ONLINE

Bildquelle: PhotoDisc

Instant Messaging im Büro

Instant Messaging, die schnelle Realtime-Kommunikation für Internetbenutzer, hält auch in der Arbeitswelt Einzug.

Im privaten Bereich ist Instant Messaging [IM] längst ein großer Erfolg. Nun erwarten Branchenexperten auch für die Kommunikation innerhalb von Unternehmen einen Boom der Technologie. Nach Schätzungen des Marktforschers IDC nutzen weltweit 200 Millionen Menschen Instant Messaging, bereits ein Viertel davon beruflich.

Effizientes Arbeiten

Um Projekte von zwei unterschiedlichen Orten aus zu bearbeiten, ist Instant Messaging ebenfalls hilfreich. "Wir müssen nicht mehr unbedingt über den Atlantik fliegen, um gemeinsam an einer Sache zu arbeiten", sagt Kornas. "Beide Parteien haben dasselbe Dokument vor sich auf dem Bildschirm. Man konferiert am Telefon, und noch während man etwas verändert, sieht die andere Seite das", erläutert Kornas.

Auch in Besprechungen sei die Technologie nützlich: "Wenn man sich früher einen Zettel zugeschoben hat, stimmen sich manche Kollegen jetzt per IM ab."

12.000 nutzen IM bei Daimler-Chrysler

Bislang nutzen 12.000 Mitarbeiter im Daimler-Chrysler-Konzern das Instant Messaging. In anderen Firmen ist man noch nicht so weit. "Wir sehen keinen Bedarf", sagt Albrecht von Truchseß von der Metro AG. "Das ist doch eine Spielerei für zu Hause", ergänzt ein VW-Sprecher. Auch bei MAN, Epcos, Commerzbank und Post ist IM-Technologie nicht im Einsatz. Zum Teil spielen Sicherheitsbedenken dabei eine Rolle.

"Unser Instant Messenger für Privatnutzer ist nur so sicher wie das Telefonieren. Er eignet sich nicht für vertrauliche Informationen", erklärt etwa Bernhard Grander von MSN. Das Gleiche gilt für die Angebote von ICQ, Yahoo und AOL.

In Erwartung eines großen Marktes für den Firmeneinsatz von IM haben Software-Häuser nun Verschlüsselungstechnik eingebaut. Einer der ersten Anbieter war IBM war mit "Lotus Sametime". Die Konkurrenz zieht nach: "Wir haben vergangene Woche in den USA eine Firmenvariante des Messengers vorgestellt", sagt Patricia Rohde von Yahoo.

Messaging per SMS

Auch Microsoft will im kommenden Jahr eine Offensive für Instant-Messaging-Software starten. Derzeit wird der MSN Messenger durch SMS-Funktionalitäten aufgewertet - die IM-Funktionen werden auf das Handy weitergetragen. In Österreich funktioniert das Service vorerst nur mit dem Mobilfunkbetreiber One. Auch Mails, die am MSN-Hotmail-Account ankommen, können weitergeleitet werden. Spezielle Filter sorgen dafür, dass nur die wichtigsten Mails durchkommen.

Um gegen die Branchenriesen zu bestehen, gehen kleine Software-Schmieden wie die Hamburger Freiheit.com eigene Wege. "Wir arbeiten auf Basis der Open-Source-Technologie Jabber", erklärt der Geschäftsführer Stefan Richter. Vergleichbar mit dem Betriebssystem Linux ist der Programmcode der IM-Software offen zugänglich.