Software verschleiert Suchanfragen

"trackmenot"
31.08.2006

Eine Erweiterung für den Firefox-Browser schickt regelmäßig harmlose Suchanfragen an die großen Suchmaschinen und soll so die von den Betreibern erstellten Nutzerprofile verwässern.

Die zunehmende Macht der Suchmaschinenbetreiber über persönliche Daten, die Millionen von Nutzern täglich über ihre Suchanfragen von sich preis geben, steht immer öfter in der Kritik.

Ein neue Software, die als Erweiterung für den Firefox-Browser installiert werden kann, soll es den Daten-Sammlern erschweren akkurate Nutzerprofile anzulegen, indem sie regelmäßig harmlose Anfragen an diverse Suchmaschinen schickt.

Diskussion nach AOL-Datenskandal

Die Diskussion um die Datensammelwut der Suchmaschinenbetreiber und mögliche Konsequenzen wurde kürzlich wieder angefeuert, nachdem bekannt wurde, dass AOL die Suchanfragen von 650.000 Nutzern "zu Forschungszwecken" veröffentlicht hatte.

Zwar wurden die Nutzer lediglich nummeriert, zumindest eine Person konnte von Journalisten jedoch aufgrund ihrer Suchbegriffe identifiziert werden.

Die preisgegebenen Daten aus der AOL-Suchmaschine stammen aus dem Zeitraum von März bis Juli 2006. Alle Infos bezogen sich auf Kunden in den USA.

Harmlose Anfragen zur Profil-Verwässerung

"TrackMeNot" wurde von zwei Wissenschaftlern der New York University entwickelt und greift auf eine Liste von rund drei Millionen Begriffen zurück, die in einem Hintergrundprozess alle zwölf Sekunden [per Default] an Google, Yahoo, MSN oder AOL geschickt werden.

"Echte" Suchanfragen sollen dabei in der Menge untergehen, eventuell angelegte Nutzerprofile auf diese Weise verwässert werden.

Um die Überprüfbarkeit zu erschweren, soll die Liste in Zukunft ausgebaut und dynamischer gestaltet werden.

(AP)