Die Trends der Funkausstellung 2006

31.08.2006

Bei der Internationalen Funkausstellung, die am Freitag in Berlin beginnt, sollen Technikbegeisterte auf ihre Kosten kommen. Über 1.000 Hersteller zeigen ihre Neuheiten und Weiterentwicklungen. Die wichtigsten Trends: HDTV, IPTV und die DVD-Nachfolger Blu-ray und HD-DVD.

In Berlin findet dieser Tage wieder die weltgrößte Messe für Unterhaltungselektronik - die Internationale Funkausstellung [IFA] - statt.

Am Donnerstagabend wird die Messe von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel [CDU] eröffnet, am Freitag öffen sich dann bis zum 6. September die Tore für das Publikum.

250.000 Besucher erwartet

Angesichts der Schnelligkeit, mit der die Branche ständig neue Technologien und Produkte entwickelt, rückt die IFA in diesem Jahr erstmals von ihrem bisherigen Zweijahresturnus ab. Die Messe wird nun künftig jedes Jahr stattfinden. Das Messegelände unter dem Berliner Funkturm ist mit 1.049 Ausstellern aus 32 Ländern ausgebucht.

Wie im vergangenen Jahr hoffen die Veranstalter auf rund 250.000 Besucher. Im vergangenen Jahr wurde bei der IFA ein Warenorderwert von 2,5 Milliarden Euro verzeichnet, den die Messeveranstalter heuer übertreffen wollen.

Vor allem wegen der geplanten Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Jänner 2007 rechnen die Anbieter mit einem boomenden Weihnachtsgeschäft in Deutschland.

Die wichtigsten Trends

Dominiert wird die Messe heuer vom HDTV-Boom [High Definition]. Die neuen Flachbildfernseher mit der High-Definition-Technik haben sich zum Motor der Branche entwickelt. Daneben werden die konkurrierenden DVD-Nachfolger HD-DVD und Blu-ray ihre europäische Marktpremiere feiern.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Internet-Telefonie. Mit Spannung wird auch die Präsentation des Fernsehangebots über das Hochgeschwindigkeits-Breitbandnetz VDSL der Deutschen Telekom erwartet.

Kleinere Wachstumsraten

In Deutschland werde der Umsatz mit Unterhaltungselektronik 2006 voraussichtlich nur noch um knapp vier Prozent auf gut 22 Milliarden Euro zulegen, sagte der Vorsitzende des Fachverbandes Consumer Electronics im Elektro-Dachverband ZVEI, Hans-Joachim Kamp, im Vorfeld der IFA. 2005 hatte die Branche noch einen Umsatzsprung von knapp acht Prozent auf 21,7 Milliarden Euro verbucht.

HDTV in aller Munde

Das neue hochauflösende Format HDTV soll das Fernsehen zu Hause zum Kinoerlebnis machen. Das Angebot an Programmen wächst - von der Sportübertragung über Spielfilme bis zu Reportagen.

Auf der IFA werden fast alle großen Hersteller marktreife Geräte präsentieren. Loewe etwa zeigt einen HDTV-Fernseher mit integriertem Empfänger und Recorder. Pioneer präsentiert den weltweit ersten 127 Zentimeter großen Plasma-Bildschirm mit voller High-Definition-Auflösung.

Begleitet werden sie von passenden Beamern, Camcordern und Aufzeichnungsgeräten.

Konkurrenzkampf der DVD-Nachfolger

Welches Format im Endeffekt die DVD-Nachfolge antreten wird, ist weiter ungewiss. Der erste Praxistest in den USA, wo die beiden nicht miteinander kompatiblen Standards seit einigen Wochen gegeneinander antreten, zeigte bereits zweierlei: Die Verbraucher üben sich zunächst einmal in Zurückhaltung, und die neue Technik ist nicht frei von Kinderkrankheiten.

Deshalb rechnen auch Experten mit einer langsamen Verbreitung. Zudem kommen Gerüchte, dass ein flächendeckender Markteinstieg sowieso weiter verschoben werden muss, weil die von beiden Lagern verwendeten blauen Laserdioden nicht schnell genug produziert werden können.

HD-DVD ist günstiger in der Produktion, hat aber mit bis zu 30 GB weniger Speicherplatz als die Blu-ray-Disc, die auf bis zu 50 GB kommen kann. Beide ermöglichen die Speicherung von hochauflösenden Filmen.

Fokus auf IPTV

Die DT setzt wie andere ehemalige Telekom-Monopole ganz darauf, dass sich das TV-Angebot über VDSL-Breitband kombiniert mit Set-Top-Box und TV-Gerät auf breiter Ebene durchsetzen wird.

Bis Ende 2007 will DT-Chef Kai-Uwe Ricke den einmillionsten Kunden begrüßen.

Angesichts von gerade einmal zwei Millionen IPTV-Benutzern weltweit ist das eine recht mutige Ansage, aber Mut wird auch gebraucht.

Erste signifikante Umsätze mit IPTV sind einer Studie des Technologie-Dienstleisters Accenture zufolge erst in drei Jahren zu erwarten.

Mobile Geräte weiter gefragt

Als Dauerbrenner bei der Unterhaltungselektronik gelten weiterhin digitale Musikplayer, die mit immer größeren Speicherkapazitäten aufwarten.

Auch Allrounder-Mobiltelefone, mit denen Musik gehört, fotografiert und ferngeschaut werden kann, stehen im Interesse der Besucher.

Zu den IFA-Highlights zählen außerdem noch "Media-Center-PCs" für das digitale Wohnzimmer, portable Navigationsgeräte und digitale Spiegelreflexkameras.

Die IFA hat von 1. bis 6. September jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Eine Tageskarte kostet 13 Euro, mit Ermäßigung, 9,50 Euro, ab 14.00 Uhr wird ein "2for2"-Ticket für 13 Euro angeboten, ein Familienpass ist für 26 Euro erhältlich

(dpa | AFP | Reuters)