15.10.2002

OBJEKTIV

Bildquelle: ap

Schiedsrichter sollen unfehlbar werden

Fußball-Schiedsrichter sollen mit einem Sensorsystem des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen [IIS] bald eine elektronische Entscheidungshilfe an die Hand bekommen. Derzeit werde das System, das mit Funksendern arbeitet, im Nürnberger Frankenstadion installiert.

In die bei Profispielen vorgeschriebenen Schienbeinschoner steckt das Fraunhofer-IIS kleine, wenige Gramm leichte Sender. Einige hundert Mal pro Sekunde sendet jeder Spieler so seine individuelle Position. Der Chip im Ball soll vier Mal öfter seine Position durchgeben.

Am Rand des Spielfelds verteilt stehen laut Mitteilung des IIS bis zu zehn Empfangsantennen. Über Glasfaserkabel erreiche die Datenflut den zentralen Computer, der die Positionen aller Sender über eine mathematisch aufwendige Analyse der Signallaufzeiten auf Zentimeter genau berechne.

Er vergleiche sie dann mit den Daten von Spielfeld und Tor. Der Schiedsrichter erhält so von außen ein Signal und kann im Display einer Spezialarmbanduhr Begriffe wie "Tor", "Aus" oder "Abseits" ablesen.

~ Link: Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) (http://www.fraunhofer.de/german/index.html) ~

Mit FIFA-Segen

Im November soll das funkbasierte Datenaufnahme-System erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Entwickelt haben es Hochfrequenztechniker des IIS gemeinsam mit dem Unternehmen Cairos Technologies und mit Sportwissenschaftlern der TU München.

Fortschritt

Bisher wurden Szenen des Spiels per Video aufgenommen. Um sie auszuwerten, müssen die Bilder dem Computer manuell erklärt werden: Wer ist welcher Spieler, und wo ist der Ball? Erst damit und aus mehreren Ansichten kann er den Spielverlauf dreidimensional errechnen.