Dauerbrenner Biometrie und IT-Sicherheit
Auf auf der Computermesse Systems in München wo sich 2002 auf Grund der Branchenkrise ein Viertel weniger Aussteller als im Vorjahr eingefunden haben, zählt das Thema IT-Sicherheit nach Angaben der Messeleitung zu "den Dauerbrennern".
Wegen des enormen Interesses sei eigens ein Sicherheitsforum mit rund 100 Ausstellern und allmorgendlichem "Live Hacking", bei dem sich Hacker vor Publikum über das Internet Zugang zu Unternehmensdaten schaffen, eingerichtet worden.
Messe "Systems" mit weniger AusstellernBiometrie und Politik
Um Unbefugten den Zugriff auf staatliche und private Einrichtung zu erschweren, müssten auf Körpermerkmale basierende Zugangssysteme flächendeckend eingeführt werden, forderte der bayerische Innenminister Günther Beckstein [CSU].
Wirtschaftsvertreter bezeichneten solche Pläne jedoch als zu aufwendig und plädierten für auf den jeweiligen Zweck maßgeschneiderte Identifikationssysteme ohne zentrale Speicherung der persönlichen Daten.
Nach positiven Erfahrungen in der bayerischen Verwaltung fordert Beckstein die flächendeckende Einführung von Biometrie-Systemen, die anhand von Körpermerkmalen wie Fingerabdruck oder Iris die Identität feststellen. "Gerade im Internet muss man sich unglaublich viele Kennwörter und PINs merken, deshalb sehe ich hier ein großes Potenzial für elektronische Unterschriften und Fingerabdruck-Scanner zur eindeutigen Identifikation gegenüber Behörden und Firmen", sagte Beckstein. Jedoch gibt es Vorbehalte gegen ein zentrale Speicherung der Daten. Bei einer dezentralen Verwaltung wiederum müssten teure und überflüssige Parallelsysteme in Kauf genommen werden, sagte Steffen Frischart, Vorstandsmitglied der Giesecke & Devrient-Tochter Secartis.
Deutsche Biometrie-Fantasien vorerst gescheitertUnsichere Firmennetzwerke
Großunternehmen schützten ihre Rechner zwar gegen Viren, setzten aber nur selten Verschlüsselungs-Programme oder Systeme "zum Aufspüren von Hackern" ein, hieß es unterdesssen in einer auf der Systems vorgestellten Studie der IT-Zeitschrift "KES" und des Beratungsunternehmens KPMG.
65 Prozent der insgesamt 260 befragten IT-Verantwortlichen deutscher Unternehmen nannten mangelndes Problembewusstsein bei Mitarbeitern und Management als Hindernis bei der Sicherung firmeninterner Netzwerke.
Zu wenig Geld sahen 46 Prozent der Befragten als Problem. Fast ein Drittel gab an, dass das Management den Schutz der Firmendaten als lästiges Übel einstufen würde. Neun von zehn Befragten bewerten den mit einem "Hacker-Angriff" drohenden Image-Verlust als größtes Risiko.
Finanzielle und wirtschaftliche Schäden seinen dagegen von wesentlich geringerer Bedeutung, hieß es.
