13.10.2002

DATENERHEBUNG

Proteste behindern russische Volkszählung

Die noch bis Mittwoch laufende Volkszählung in der Russischen Föderation wird immer wieder durch Bürgerproteste erschwert. So verweigerten viele Bürger in der südrussischen Gebietshauptstadt Kursk die Befragung, weil ihre Wohnungen in dem beginnenden Winter immer noch nicht geheizt seien.

Auch in anderen Regionen nutzten die Russen das Interesse des Staates an seinen Bürgern, um ihrem Unmut über die Behörden Luft zu machen. Erfolge bei der Zählung meldeten die Behörden ausgerechnet aus der kriegszerstörten Kaukasus- Republik Tschetschenien.

470.000 Zähler

Die Hauptbefürchtung der Russen vor der ersten Volkszählung seit dem Zerfall der Sowjetunion bestätigten sich jedoch nach russischen Presseberichten nicht: Nur in einzelnen Fällen gaben sich Kriminelle als Volkszähler aus und raubten arglose Wohnungsbesitzer aus.

Dagegen kamen aus dem Heer der 470.000 ehrenamtlichen Zähler viele Klagen über bissige Hunde, vor allem in den ländlichen Regionen. Die Bevölkerung Russlands wird auf etwa 143 Millionen Menschen geschätzt.