Proteste behindern russische Volkszählung
Die noch bis Mittwoch laufende Volkszählung in der Russischen Föderation wird immer wieder durch Bürgerproteste erschwert. So verweigerten viele Bürger in der südrussischen Gebietshauptstadt Kursk die Befragung, weil ihre Wohnungen in dem beginnenden Winter immer noch nicht geheizt seien.
Auch in anderen Regionen nutzten die Russen das Interesse des Staates an seinen Bürgern, um ihrem Unmut über die Behörden Luft zu machen. Erfolge bei der Zählung meldeten die Behörden ausgerechnet aus der kriegszerstörten Kaukasus- Republik Tschetschenien.
In Tschetschenien seien bis zum Samstagmittag 420.000 Menschen ohne Zwischenfälle registriert worden, teilte die Moskau-treue Republiksführung in Grosny mit. Die 975.000 angelieferten Fragebögen reichten absehbar für die Republik nicht aus. In der abtrünnigen Kaukasus-Republik wurde die ansonsten einwöchige Volkszählung aus Sicherheitsgründen auf das Wochenende verkürzt.
Volkszählung auch im Weltraum470.000 Zähler
Die Hauptbefürchtung der Russen vor der ersten Volkszählung seit dem Zerfall der Sowjetunion bestätigten sich jedoch nach russischen Presseberichten nicht: Nur in einzelnen Fällen gaben sich Kriminelle als Volkszähler aus und raubten arglose Wohnungsbesitzer aus.
Dagegen kamen aus dem Heer der 470.000 ehrenamtlichen Zähler viele Klagen über bissige Hunde, vor allem in den ländlichen Regionen. Die Bevölkerung Russlands wird auf etwa 143 Millionen Menschen geschätzt.
