Vicky und der Webjournalist
Offensichtlich gibt es sie doch nicht, die Wissensgesellschaft, die zu ihrer Proliferation das Web nutzt. Oder anders gesagt: Am Web teilzunehmen heißt nicht automatisch, an der Wissensgesellschaft zu partizipieren.
nichts anderes zum Web in Österreich einfällt als Folgendes:
"Die Skepsis gegenüber allem Neuen liegt in der Natur des Österreichers. So wurde auch das Internet zunächst als technische Spielerei abgetan. Doch eine landesweite Initiative namens 'Österreich ans Internet', die vom damaligen Bundeskanzler Viktor Klima Ende der Neunziger ins Leben gerufen wurde, machte aus Internetmuffeln wahre -fans. Seit dem Jahr 1996 stieg die Zahl der Internetnutzer rasant an, die neuen Medien erlebten einen Boom", schreibt der Autor. Danke Viktor, kann man da nur sagen.
Österreich in der "webwatch"
OnlineJournalismus.de, "das Magazin zum Thema" [Eigendefinition],
durchleuchtet Österreichs Medienlandschaft im Web.
Bedingungslose AnpassungLife is Live
Leider folgt der Artikel keinen journalistischen Grundsätzen, ist also eigentlich für eine Plattform, die sich "onlineJournalismus" nennt, eher erstaunlich.
Irgendwo in der Mitte erfährt man, was es mit dem Titel "Bedingungslose Anpassung" auf sich hat: Der Journalist muss sich an die "neuen Geschäftsfelder" anspassen (das rät charakteristischerweise ein Werber!). Radikal diese Einsicht.
Nicht einmal die ältesten Prinzmagazine machen aus irgend einem Teil, der sich in der Mitte eines Artikels befindet, eine Headline.
Offenbar hat der Kollege eines nicht mitbekommen. Dass eines der zentralen Prinzipien des (Online-)Journalismus ist, dass der Leser jederzeit aus einem Text aussteigen kann, ohne das Wichtigste verpasst zu haben. Was so viel bedeutet wie: Ein Journalist sollte von der ersten Zeile an wissen, was er sagen will, was sein
Punkt
ist. Hier ist der Punkt: Vickerl brachte den trögen Ösis das Internet.
Give me Stream
Was die Seite onlineJournalismus von einem zuvörderst literalen Medium fordert, ist interessant: Live-Streams von Pressekonferenzen, Live-Bilder von Fußballspielen, Community-Building via SMS-Nachrichten. So mancher Medienmacher kann sich durch solche Beiträge in seiner Haltung bestätigt fühlen. Frei nach dem Motto: "Life is Live" - im Web allemal. Na dann ...
