Microsofts Kurs Richtung "Sicherheit"
Microsoft [MS] arbeitet derzeit an neuen Sicherheitsfeatures für seine Software und überlegt, seine Kunden dafür extra zur Kasse zu bitten.
Dies gab MS-CTO [Chief Technical Officer] Craig Mundie auf der RSA-Konferenz über Tech-Security in Paris bekannt.
Diese Idee zeigt deutlich, dass MS das Thema Sicherheit nicht nur als eine notwendige Maßnahme zur Zufriedenstellung bestehender und zukünftiger Kunden sieht, sondern vor allem als potenzielle neue Einkommensquelle.
"Trustworthy Computing", Palladium
Bill Gates höchstpersönlich hatte Anfang dieses Jahres in einer
E-Mail an die Mitarbeiter das Motto "Trustworthy Computing"
ausgegeben. Im Juni gab der Konzern seine Sicherheitsstrategie
Palladium bekannt. Demnach will Microsoft rund 100 Millionen USD in
Themen wie Firewalls, Virenschutz, Verschlüsselung,
Authentifizierung, Spam-Filter und Digital Right Management [DRM]
investieren.
Microsofts Masterplan für "sichere" PCsHaftung mit enormen Kosten
Mundie verteidigte weiters die Weigerung seines Unternehmens, die rechtliche Haftung für die Sicherheit seiner Software zu übernehmen. Diese wäre mit enormen Kosten für die Kunden verbunden.
"Würden wir diese Verantwortung übernehmen, zum Beispiel bei einem Großauftrag wie Airbus, müssten wir eine Versicherung bei Lloyds oder einer anderen Versicherungsgesellschaft abschließen und dafür Unmengen an Geld zahlen", sagte Mundie. "Das Produkt würde dann nicht mehr 50 Euro, sondern 50 Millionen kosten."
"Nicht bereit, für Sicherheit zu zahlen"
Auf die Frage, warum MS 25 Jahre lang gewartet hat, um endlich
das Thema Sicherheit zu seinem Schwerpunkt zu machen, antwortete
Mundie schlicht: "Weil die Kunden bisher nicht bereit waren, dafür
zu bezahlen." Außerdem würden die Firmen erst jetzt nach mehr
Sicherheit verlangen.
Microsoft benennt neuen SicherheitschefEntwicklung weiterer Sicherheits-Software
Auch Microsoft-CEO Steve Ballmer bestätigte, dass man an weiteren Sicherheitsprodukten arbeite. Derzeit gebe es aber noch keine Pläne, den Kunden eine zusätzliche Gebühr für die Sicherheitsservices zu berechnen.
Am wahrscheinlichsten sei, dass MS weitere Sicherheits-Software ähnlich seinen Firewall-Produkten auf den Markt bringen würde.
