Hedge-Fonds verlangt Colt-Insolvenz
Der US-Hedge-Fonds Highberry Limited will einen Insolvenzantrag für Colt Telecom erzwingen.
Das Telekom-Unternehmen sei nicht in der Lage, zwischen 2005 und 2009 fällige Anleiheschulden zurückzuzahlen, hieß es in der Begründung. Highberry fordert daher, Colt unter öffentliche Verwaltung zu stellen.
Colt selbst wies die Vorwürfe entschieden zurück und verwies auf eine gesicherte finanzielle Basis. Der Vorstand werde daher alles dafür tun, "diesen eigennützigen Versuch zu stoppen, einen ungerechtfertigten Wertetransfer von Aktien- zu Anleihebesitzern zu erreichen".
"Es gibt überhaupt keine Basis für dieses Vorgehen", teilte Colt am Mittwoch in einer Aussendung mit. Das Unternehmen habe eine Mrd. Pfund (1,59 Mrd. Euro) an Bargeld-Reserven und keine Bankschulden. Der bereinigte Gewinn (EBITDA) wachse, sodass im Jahr 2005 erstmals ein positiver Cash-Flow zu erwarten sei. Außerdem sei das zentrale Netz nun fertig gestellt und der Bedarf an Investitionen sinke. Deshalb zeigte sich Colt zuversichtlich, die Anleihen bei Fälligkeit bedienen zu können.
Colt-StatementHarte Sparmaßnahmen
Nach einer Kapitalerhöhung ist die Fondsgesellschaft Fidelity Mehrheitsaktionärin bei Colt. Bei einer Insolvenz würden mit den restlichen Barmitteln zuerst die Anleihen-Gläubiger ausbezahlt, der Wert der Aktien würde sich deutlich reduzieren.
Colt hatte erst Ende September ein Restrukturierungs-Programm angekündigt, dem rund 800 Stellen zum Opfer fallen sollen.
Das britische Unternehmen ist unter anderem in Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich, Schweden und Spanien tätig.
Colt mit harten Sparmaßnahmen
