09.10.2002

ZICKZACK

Bildquelle: ms

"Media"-PCs mit weniger Kopierschutz

Microsoft will eigentlich geplante Beschränkungen beim Kopieren von DVDs in seinem Betriebssystem "Windows XP Media Center Edition" zurücknehmen.

Die Entwickler des Konzerns hatten ursprünglich rigide Kopierschutz-Funktionen in die Software integriert.

Eine gebrannte DVD hätte so beispielsweise nur noch auf dem System abgespielt werden können, auf dem sie erstellt wurde. Auf diese Weise sollte dem Raubkopieren von Filmen ein Riegel vorgeschoben werden.

Nur im Paket

"Windows XP Media Center Edition" heißt die bislang unter dem Codenamen "Freestyle" bekannte neue Windows-Variante, die nicht einzeln erhältlich sein wird, sondern nur im Paket mit speziell produzierten Geräten.

Das Besondere an den Media-Centern soll die Verschmelzung von PC mit Stereoanlage, DVD-Player, Fernseher und Videorecorder sein.

HP war der erste einer Reihe von Herstellern, die die speziellen PCs produzieren wollen, der unlängst Details nannte und ein konkretes Modell vorgestellt hat.

Ja, aber ...

Aber auch wenn die Maßnahmen jetzt abgeschwächt wurden, verfolgt Microsoft den Kurs des Ausbaus von DRM- und Kopierschutzmaßnahmen weiter.

So können Fernsehsendungen, die mit dem so genannten CGMS/A-Signal ausgesendet werden, nicht von Media-Center-Systemen verarbeitet werden.

Kundenakzeptanz

Marktbeobachter waren von Anfang an skeptisch, ob die angepeilte Konsumentenschicht den DVD-Kopierschutz akzeptieren würde: "Den Kunden die Flexibilität [beim Kopieren] wegzunehmen, ist ein großer Fehler", sagte beispielsweise Toni Duboise von ARS.

"Die Konsumenten werden diese proprietäre Art nicht akzeptieren", gab Duboise die vorherrschende Meinung der Technologie-Analysten wieder.

Ob die Teilrücknahme der Kopiereinschränkungen ausreicht, um die Kunden zu überzeugen, dürfte jetzt das Weihnachtsgeschäft zeigen.