Funkchips für Gefahrenguttransporte
Mit Funkchips will die ASFINAG in Zukunft Gefahrenguttransporte genau verfolgen können, etwa in Tunneln. Getestet wird derzeit auch, ob drahtloses Internet via WLAN bei hohen Geschwindigkeiten im Auto genutzt werden kann.
Die Chips für Gefahrenguttransporte sind die erste ASFINAG-Eigenentwicklung und werden weltweit zum ersten Mal getestet.
Künftig sollen damit Transporte im Tunnel genau verfolgt werden können, d. h., der Tunnelaufsicht ist der Aufenthaltsort des Gefahrengutes jederzeit genau bekannt.
Automatische Erkennung in Tunneln
Außerdem soll sich der Fahrer dadurch die vor der Einfahrt in den Tunnel notwendige Meldung des Transports bei der Tunnelaufsicht ersparen, so ASFINAG-Vorstand Mathias Reichhold.
Stattdessen erhält der Frächter künftig für sein Gefahrengut einen Funkchip [RFID], auf dem die Daten des Ladeguts gespeichert sind. Diesen Chip könnte der Frächter künftig zugesendet bekommen oder mit seiner Lkw-Maut-Box [Go-Box] an der Tankstelle erhalten.
Empfänger an der Tunnelwand im Abstand von einem Meter erkennen das Signal und leiten die Informationen an die Tunnelkontrolle weiter.
RFID-Chips sollen in Zukunft den Barcode ablösen und in allen Lebensbereichen zum Einsatz kommen. In der Logistik sind Funkchips bereits etabliert, die Entwickler verschiedenster Branchen lassen sich jedoch ständig neue Einsatzmöglichkeiten einfallen.
Kostenpunkt: 500.000 Euro
Die Tests für das neue System sollen im September beginnen - Kostenpunkt rund eine halbe Million Euro. Die Autobahngesellschaft konzentriert sich dabei vor allem auf jene Tunnel, die länger als fünf Kilometer sind. Bis Mitte 2007 erwartet Reichhold den Endbericht.
Ist das System erfolgreich, will die ASFINAG das Produkt auch nach Ost- und Südosteuropa exportieren.
Drahtloses Internet für die Autobahn
Weiters testen die ASFINAG-Forscher, ob sie entlang der Autobahnen eine drahtlose Internet-Verbindung via WLAN einrichten können.
Dieser Internet-Zugang ist allerdings zunächst weniger für die Autos gedacht, vielmehr für die Kommunikation der Straßendienstfahrzeuge.
Da es in Europa noch keine mit entsprechender Technologie ausgerüstete Strecke gibt, stellt die ASFINAG interessierten Firmen einen ausgewählten Streckenabschnitt der Südautobahn [A2] im Bereich Grafenstein für Versuche zur Verfügung.
Härtetest für WLAN
Getestet wird dabei auch, ob WLAN bei 130 km/h immer noch funktioniert - und das so gut, dass die ASFINAG via Internet-Telefonie mit ihren Straßendiensten kommunizieren kann.
Der Einfluss unterschiedlicher Wetterbedingungen, geografischer Gegebenheiten wie etwa enge Kurven und Tunnel und des aktuelle Verkehrszustands [Abschattung durch große Transporter und Staus] soll ebenfalls untersucht werden.
Das Pilotprojekt ist für die Dauer von sechs Monaten angesetzt. Längerfristig könnten auch neue Fahrzeugtechniken wie die automatische Fahrzeugsteuerung über die Internet-Zugänge abgewickelt werden, so die Vision. Eine Kostenschätzung für die Gesamtausstattung des 2.100 Kilometer langen Autobahnnetzes gibt es noch nicht.
(APA)
