06.10.2002

PER SATELLIT

Bildquelle: ORF

Kanada jagt Meeresverschmutzer

Gleich fünf kanadische Behörden haben sich zusammengetan, um mit einem High-Tech-Projekt die weitere Verschmutzung der sensiblen marinen Ökosysteme zu bekämpfen.

Die Umweltbehörde Environment Canada, das Verteidigungsministerium, das Verkehrsministerium sowie die Canadian Space Agency unterstützen die für Fischerei und Ozeane zuständige Behörde bei ihrem Versuch, Schiffe auf hoher See vom illegalen Reinigen ihrer Öltanks abzuhalten.

Ein in etwa 800 Kilometern Höhe befindlicher Satellit der Canadian Space Agency überwacht nun das Meer vor der Ostküste des zweitgrößten Landes der Welt.

Erster Erfolg

Das Projekt wurde im September gestartet und verfügt für die ersten sechs Monate über ein Budget von umgerechnet nicht ganz 200.000 Euro. Es wird bereits über einen ersten Erfolg berichtet.

Neun Tage nach Start der Überwachung wurde vor der südlichen Küste Neufundlands, nahe eines der bedeutendsten Vogelreservate, ein Umweltsünder ertappt. Ein Flugzeug wurde losgeschickt und das Schiff zurück in den Hafen beordert. Jetzt wird unter dem Vorwurf, einen 116 Kilometer langen und 200 Meter breiten Ölstreifen verursacht zu haben, ein Verfahren nach dem "Migratory Birds Act¿ stattfinden.

Zwei weitere Umweltzerstörer wurden zwar gesichtet, konnten aber nicht durch Flugzeuge oder Schiffe abgefangen werden. Sie hatten in der Nacht ihr Öl abgelassen.

Bisher Überwachung nur mit Flugzeugen

Bislang musste die Überwachung auf Glückstreffer vertrauen. Mit Flugzeugen, die nur tagsüber eingesetzt werden können, wurden Überwachungsflüge durchgeführt.

Auf Grund der riesigen zu überwachenden Fläche ein relativ aussichtsloses Unterfangen. Jetzt können Rechtsbrecher auch bei schlechter Sicht und nachts erkannt werden.

Die kanadische Reedereivereinigung betont, dass heute nur mehr eine kleine Minderheit von Unternehmern illegal Öl ablässt, während das vor 20 Jahren gang und gäbe gewesen sei. Von höheren Strafen hält man bei der Organisation aber wenig.

Die theoretische Höchststrafe beträgt umgerechnet 642.000 Euro.

Allerdings belief sich die höchste tatsächlich verhängte Pönale auf nur umgerechnet 80.000 Euro. Die Reedereiorganisation verweist auf den indirekten Effekt: Niemand wolle erwischt werden, da die schlechte PR viel schwerer wiege als eine zu zahlende Strafe.