Haikus und Handys
In Großbritannien, wo täglich 44 Millionen Short Messages verschickt werden, hat die SMS bereits den Rang eines Kulturphänomens erreicht. So findet sich unweit von Manchester ein kleiner Verlag mit dem Namen "The phone book.com", der sich auf die Veröffentlichung von Mikro-Erzählungen und Mini-Geschichten per Wap und SMS spezialisiert hat.
Von The-Phone-Book.com werden keine Gedichte, sondern ausschließlich Prosatexte verlegt: "Micro-Stories", die um die 150 Zeichen lang sind; und so genannte "Mini-Stories", die eine Länge von 150 Worten erreichen können. Die maximale Länge der Texte ergibt sich aus den technischen Beschränkungen, die ein Vertrieb der Texte per SMS und WAP mit sich bringt, erklärt Fee Plumley, die den Mobiltelefon-Verlag mitbegründet hat.
The-Phone-BookKreative Kicks
The-Phone-Book.com geht auf eine Idee des englischen Programmierers und Multimediakünstlers Ben Jones zurück.
"Uns fiel auf, dass man in der Öffentlichkeit immer weniger Menschen sieht, die ein Buch mit sich herumtragen. Andererseits trägt heutzutage jeder ein Handy bei sich. Das brachte uns auf die Idee, etwas zu kreieren, das man als kurze Kaffeepausen für den Geist bezeichnen könnte."
Fee Plumley und ihr Projektpartner Ben Jones setzen auch auf eine technische Weiterentwicklung und Diversifikation. Erst jüngst wurde etwa eine i-Mode-Version von The-Phone-Book.com programmiert und in Japan präsentiert. Daneben bastelt man auch an zwei Ablegern: Artones.net zur Produktion von Klingeltönen und Logos sowie The-Sketch-Book zur Produktion von ultrakurzen Animationen für Mobiltelefone.
Heute 22.30 Uhr im Ö1-Magazin matrix
Richard Brem hat sich in der Szene der englischen Kurz-Dichter umgehört und ein Interview mit den Initiatoren von The-Phone-Book.com geführt.
Um zukunftsträchtige Dienstleistungen für die Mobilfunkbranche geht es auch im zweiten Beitrag: "Always on" heißt das Projekt, bei dem Studenten der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien für den Provider One Ideen fürs Business und für die Kids und die Familie von morgen entwickelten. Ihre Applikationen, die nun im Project Space der Kunsthalle Wien präsentiert wurden, hat Peter Steinberger unter die Lupe genommen.
matrix - computer & neue medien
