Sun im Zwielicht
Das US-Wirtschaftsministerium beschuldigt Sun Microsystems gegen Ausfuhrbestimmungen verstoßen zu haben. Technologie soll ohne entsprechende Genehmigungen nach Ägypten und, über einen Zwischenhändler, nach China exportiert worden sein.
Wie erst diese Woche bekannt wurde, hat Sun bereits im Februar ein entsprechendes Schriftstück von der Abteilung für Industrie und Sicherheit erhalten. Angesprochen werden darin Ausfuhren, die in den Jahren 1997 und 1998 erfolgt sind.
Sun will Einigung
Das 1982 gegründete Unternehmen hat mitgeteilt, sich in Verhandlungen über eine Einigung zu befinden. Dabei würde wahrscheinlich gegen die Zahlung einer Pönale das Verfahren eingestellt und gar nicht untersucht werden, ob die Geschäfte nun tatsächlich illegal waren.
Beide Seiten würden sich den Aufwand und die Kosten eines Verfahrens sparen und die für das Unternehmen unangenehmen Nachrichten würden nicht länger in den Medien kursieren.
Sun-Sprecher Andy Lark wird mit den Worten "Wir erwarten eine Lösung zu erreichen, die keinen materiell nachteiligen Effekt auf Sun haben wird" zitiert.
Die Geschichte von Sun MicrosystemsÄgypten und China
Im Jahr 1997 hatte Sun IT-Ausrüstung an einen Wiederverkäufer in Hong Kong geliefert, welcher die Ware nach China weiterverkauft hat. Um welche Art von Produkten es sich gehandelt hat, wollte Sun nicht verraten.
Im darauffolgenden Jahr ist das Unternehmen offenbar im Zusammenhang mit Exporten nach Ägypten gewissen Informationspflichten nicht nachgekommen. Das Wirtschaftsministerium hat zwar bestätigt, dass ein Verfahren gegen Sun Microsystems anhängig sei, weitere Details wurden aber nicht enthüllt.
Sollte Sun für schuldig befunden werden, drohen Strafzahlungen oder auch der Verlust von Exportprivilegien an. Die beschuldigte Firma will sich, sollten die Beilegungsgespräche scheitern, gegen die Vorwürfe wehren.
Sun ist Gründungsmitglied der Computer Coalition for Responsible Exports [CCRE], einer Organisation, die sich für die Lockerung von Exportrestriktionen einsetzt.
CCRE
