Videotelefonie ist Geschäft der Zukunft
Im Rahmen der Telcon 2002 hat One-Manager Christian Czech in einem Vortrag seine Einschätzung der Voraussetzungen für einen Erfolg von UMTS dargelegt.
Im Gegensatz zu vielen seiner Managerkollegen aus der Branche beklagte er nicht die Sättigung des Marktes, obwohl bereits deutlich über 80 Prozent der Einwohner Österreichs ein Handy haben und auch laut Czech die Umsätze pro Kunden [ARPU] stagnieren.
"Gesättigte Märkte in Bezug auf Revenue gibt es nicht" ließ Czech aufhorchen.
Einer der drei Chefmanager von One
Christian Czech, Jahrgang 1960, ist CCO [Chief Commercial
Officer] von Connect Austria Gesellschaft für Telekommunikation
GmbH, dem Betreiber des drittgrößten Mobilfunknetzes "One". Wie auch
die anderen österreichischen Mobilfunkunternehmen hat One eine
Lizenz für den Betrieb eines UMTS-Netzes ersteigert.
One erstmals mit positivem Cash-FlowOne ist noch nicht gesättigt
Man könne immer neue Marktanteile gewinnen oder neue Dienste bringen, führte er näher aus.
Telefonminuten könnten der Konkurrenz oder dem Festnetzmarkt abspenstig gemacht werden. Dabei will One aber nicht versuchen, die Preisführerschaft zu übernehmen.
Gleichzeitig ortet der Manager weder scharfen Wettbewerb zwischen, noch die oft prophezeite Konvergenz von leitungsgebundener und mobiler Telekommunikation: "Festnetz und Mobilfunk sind zwei Paar Schuhe."
Telcon 2002
Die Telcon 2002, der 5. IIR-Jahreskongress für die
Telekommunikations-Branche, hat diese Woche in Wien stattgefunden.
Commaro erhält Telcon-Award 2002Videotelefonie wesentliches Geschäftsfeld der Zukunft
Um das UMTS-Engagement zu einem Erfolg machen zu können, seien zusätzliche Erlöse aus der Zurverfügungstellung von Content "ein Muss". Dabei wird Czechs Erwartungen zu Folge der Content zu einem großen Teil von den Usern generiert werden.
Den bereits vor langer Zeit für das Festnetz prophezeiten Boom der Videotelefonie sieht er jetzt wirklich kommen ¿ dank UMTS.
"Eigene Forschungen [von One] sagen ganz klar, dass die Videotelefonie ein wesentliches Geschäftsfeld der Zukunft sein könnte."
Doch auch diese Entwicklung wird sich nach Einschätzung des Managers nicht unmittelbar realisieren. "Ich glaube, dass wir bis 2004 mit den Early Adopters arbeiten und spielen werden. Der Boom wird etwa 2005 einsetzen."
Ansage
"Wir sind derzeit derzeit die klare Nummer Drei. Aber es steht
nicht umsonst 'One' drauf." Christian Czech, 2. Oktober 2002
Die UMTS-Strategie von OneDer Preis ist entscheidend
"Wesentlich für den Erfolg wird die Bepreisung von mobile 3G sein." glaubt Czech. "2005 oder 2006 wird es wahrscheinlich eine Flat Fee mit Fair Use sein." Genaue Zahlen waren aber auch ihm nicht zu entlocken.
Lediglich die Grundsätze der vier im Gespräch befindlichen Gebührenmodelle wurden vorgestellt. Grob untereilt könne demnach zugangsbasiert oder inhaltsbasiert verrechnet werden, wobei in jedem dieser beiden Segmente wieder eine von der tatsächlichen Nutzung unabhängige Gebühr [Flat Fee] oder eine je nach Inanspruchnahme unterschiedliche Abgeltung [volumenbasiert beziehungsweise eventbasiert] denkbar sei.
Obwohl "gerade am österreichischen Markt das 'neue Handy' ein wichtiges Thema" sei, werde es keine Rückkehr zu höheren Subventionierungen von Endgeräten für Kunden geben - womit er den Empfehlungen mancher Beratungsfirmen also nicht folgen will.
Auch MMS-Erfolg hängt am Preis
Die Mobilfunker setzen große Hoffnungen in MMS [Multimedia
Messaging System]. Ob MMS tatsächlich ein Erfolg im Massenmarkt
wird, hängt vom Preis ab - so das wenig überraschende Ergebnis einer
Studie. Die Versuche vieler Netzbetreiber, die Subventionen für
Mobiltelefone zurückzuschrauben, gehen laut der Studie der
Forschungs- und Beratungsfirma Ovum in die falsche Richtung.
Revival der Handy-Subventionen möglichGegenwart
Wie auch die Mobilkom könne One das eigene UMTS-Netz jederzeit in Betrieb nehmen, sagte Christian Czech weiter. Doch sehe man bei One wenig Sinn darin, solange es keine Endgeräte dafür gäbe. Dabei kritisierte er auch die Hersteller.
"Entweder sind die 2G-Lager voll oder die Hersteller haben die 3G-Entwicklung verschlafen. Die Endgeräte kommen jedenfalls viel viel zu spät."
Indes wird auch das alte Festnetz wird nicht aus den Augen verloren. Gut ein Jahr nach der Übernahme von eWave soll in Bälde ein gemeinsames Produkt aus dem Bereich der Festnetztelefonie auf den Markt kommen.
Vor Jahr und Tag
Zum 1. Oktober 2001 hatte Connect Austria das Wiener
Startup-Unternehmen eWave übernommen. eWave ist in den Bereichen
Internet [WLAN], Telefonie und Software- Programmierung tätig.
One hat eWave übernommen
