Deutsche Telekom geht in die Offensive

Strategie
26.08.2006

Mit einer neuen Produkt- und Preisoffensive will der unter Druck geratene Chef der Deutschen Telekom, Kai-Uwe Ricke, das Ruder des angeschlagenen Konzerns herumreißen.

Ricke wolle sein Konzept am Freitag dem Aufsichtsrat vorlegen und damit auch seinen Kopf retten, berichtet "Der Spiegel".

Vorgesehen sei demnach, dass der Konzern noch während der am Freitag beginnenden Internationalen Funkausstellung [IFA] in Berlin eine "gewaltige Produkt- und Preisoffensive" starte.

Kampf um Marktanteile im Festnetz

Demnach will die Deutsche Telekom [DT] erstmals Produkte wie DSL, Festnetzanschlüsse oder Mobilfunkverträge zu Paketen bündeln und den Kunden zu Pauschalpreisen [Flatrates] anbieten.

Mit der neuen Strategie will Ricke nun laut "Spiegel" besonders die verlorenen Marktanteile im Festnetzbereich zurückerobern.

Die Kritik an Ricke hat sich verschärft, seit der Konzern vor zweieinhalb Wochen einen Einbruch aller seiner Geschäftsbereiche in Deutschland vermelden musste. Seitdem gab es laufend Spekulationen um eine Entlassung des DT-Chefs.

Töchterstreit beenden

Auch die Querelen zwischen der Festnetzsparte T-Com und der Mobilfunktochter T-Mobile wolle der Vorstandsvorsitzende durch eine weit reichende Umstrukturierung beenden.

Den Töchtern solle die Zuständigkeit für Marketing und Vertrieb weitgehend entzogen und auf Vorstandsebene angesiedelt werden. T-Com und T-Mobile hatten sich in der Vergangenheit mit ähnlichen Produkten sogar gegenseitig Konkurrenz gemacht.

Milliardenschweres Sparprogramm

Zudem wolle Ricke ein milliardenschweres Sparprogramm für alle Sparten des Konzerns auflegen, heißt es weiter. Dabei soll auch die Umstellung des alten Telefonnetzes auf ein IP-Netz vorgezogen werden. Nach internen Berechnungen könnten allein dadurch jährlich rund zwei Milliarden Euro eingespart werden, berichtete das Magazin.

(APA | AFP)