Telekabel von UPC-Pleite unbeeindruckt
Nach dem Antrag des niederländischen Telekomkonzerns UPC [United Pan-European Communications] auf Gläubigerschutz gemäß Chapter 11 bleibt bei der 95-prozentigen Österreich-Tochter UPC Telekabel vorerst alles beim Alten.
Sowohl im Betrieb als auch in der Eigentümerstruktur soll sich nach Auskunft des Minderheitseigentümers Kabel TV Wien [fünf Prozent] nichts ändern.
Im ersten Halbjahr hat die österreichische UPC Telekabel ihren Umsatz um 20 Prozent und die operativen Gewinne um 53 Prozent gesteigert.
Schulden-Restrukturierung bei UPCUPC hat sich übernommen
"Das Entschuldungsverfahren bei UPC hat vorerst keine Auswirkungen für die Telekabel. Wir sehen derzeit keine Änderung in der Eigentümerstruktur", sagte der Geschäftsführer der Kabel TV Wien, Christian Cap. Erst wenn das Verfahren nicht positiv abgeschlossen werden sollte, werde es "wieder spannend".
Selbst dann, so Cap, hätte aber niemand Interesse, "dass die Telekabel Wien Schaden nimmt". Das Unternehmen sei das wichtigste Asset im UPC-Konzern. Wirtschaftlich sei die UPC derzeit wahrscheinlich stärker als der Konzern. Die Österreich-Tochter finanziere sich daher seit jeher selbst, betonte Cap.
Für Cap hat sich die UPC, die er "als Finanzierungsgesellschaft der Telekabel" sieht, schlicht "übernommen". Die Wiener Telekabel könne den Betrieb aber eigenständig aufrechterhalten. Auch der aufstrebende Internetbereich Chello sei nicht gefährdet, versichert der Minderheitseigentümer.
Im ersten Halbjahr hat die österreichische Telekabel laut Mitteilung der UPC an die US-Börsenaufsicht SEC ihren Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 23,9 auf 36,5 Millionen Euro gesteigert. Der Umsatz stieg im Halbjahr um 18 Prozent auf 102,97 Millionen Euro. Am stärksten erhöhten sich dabei die Internetumsätze von 23,2 auf 32,4 Millionen Euro.
