Ein Posting-Dramolett in vier Akten
Wer sich der Misshandlung eines Automobils rühmt, sollte dies nicht online tun: der Besitzer könnte mitlesen.
So geschehen einem Mechaniker, der ein limitiertes Ford-Modell mal ordentlich rannehmen wollte. Seine Erlebnisse postete er in einem Tuner-Messageboard - was folgt, füllt ein Dramulett in vier Akten.
"It was waaaaaaaayyy cool"
1. Akt. Mechaniker tritt auf. "MAN IT WAS WAY COOL, DROVE A '03
COBRA VERT TODAY", beginnt er seinen Erfahrungsbericht. Eine Kundin
["NEEDLESS TO SAY, IT IS OWNED BY A FEMALE"] hatte ihr Auto zum
Service gebracht. Er macht sich lustig darüber, dass sie extra
verlangt hätte, "kein Punk solle mit ihrem Auto rumspielen". Seine
"Testfahrt" umfasst einen 230-kmh-Ausritt.
"It was waaaaaaaayyy cool""More dealer abuse"
2. Akt: Besitzerin ist Autoenthusiast und - das Pech des
Mechanikers - regelmäßige Besucherin diverser Autoforen. Besitzerin
liest Posting und ist sauer: "What should I do. This is my car. :-
"More dealer abuse"Auto lebt, Mechaniker weg
3. Akt: Forumsteilnehmer bekräftigen sie in ihrem Entschluss, die Chose entschlossen und mit aller Härte anzugehen.
Weltweit treffen Kondolenzbekundungen diverser Autoenthusiasten, Anhänger jedwelcher Marke, ein. Auch Overclocker und Quake-3-Fans melden sich zu Wort.
Die Wut der Poster
4. Akt: Mechaniker tritt ab. Die Nachricht vom Vorfall beginnt sich im Netz zu verbreiten. Der Fluss der Postings nimmt kein Ende. Hunderttausende Personen verfolgen den Thread in allen Einzelheiten. Mechaniker wird in rund tausend Einträgen aus aller Welt verdammt. Mechaniker meldet sich kurz zu Wort ["I've been fired"] und schweigt fürderhin.
