Thierry Breton wird France-Telecom-Chef
Der 47-jährige französische Unternehmer und Ingenieur Thierry Breton soll France Telecom aus der Krise führen.
Der Chef des Elektronikkonzerns Thomson Multimedia wird am Mittwoch von der französischen Regierung [mit 55,4 Prozent Mehrheitsaktionär der France Telecom] als Nachfolger des zurückgetretenen France-Telecom-Chefs Michel Bon nominiert. Der Verwaltungsrat des Telekom-Konzerns wird Breton dann in das Amt einsetzen.
Weiters wird Jean-Pierre Jouyet in den Verwaltungsrat entsendet. Jouyet ist derzeit Direktor der Abteilung für den Staatshaushalt und das Schuldenwesen im Finanzministerium.
MobilCom-Debakel als Ende der Ära Bon
Nach sieben Jahren war Michel Bon am 12. September wegen
katastrophaler Halbjahreszahlen und dem teuren MobilCom-Abenteuer
der France Telecom in Deutschland zurückgetreten. France Telecom
wies für das erste Halbjahr 2002 einen Rekord-Nettoverlust von 12,2
Milliarden Euro aus und ist darüber hinaus mit 70 Milliarden Euro
hoch verschuldet.
Die gefallenen Telekom-Stars EuropasÜberblick: Thierry Breton
Thierry Breton hat sich als Chef von Thomson Multimedia den Ruf eines erfolgreichen und seriös wirtschaftenden Managers erworben. Der 47-jährige Franzose gilt in der Branche als kreativ, flexibel und offen für ungewöhnliche Lösungen.
Breton ging Anfang der 80er Jahre in die USA, gründete dort sein eigenes Software-Unternehmen und schrieb den Thriller "Softwar", der sich 1,5 Millionen Mal verkaufte. 1986 kehrte Breton zurück nach Frankreich, um den Zukunftspark "Futuroscope" im Westen Frankreichs zu planen.
1994 gelang ihm mit dem Wechsel zu Bull der Sprung in die Topmanager-Reihe, dort war er die Nummer zwei. 1997 rückte er bei Thomson Multimedia ganz an die Spitze und sanierte den Unterhaltungselektronik-Anbieter.
