30.09.2002

KONTROLLE

Bildquelle: PhotoDisc

"GPS auf Steroiden" überwacht Straftäter

Inzwischen sind auch in Europa Versuche mit "elektronischen Fußfesseln", die mittels GPS [Global Positioning System] Straftäter überwachen, nicht mehr ungewöhnlich.

Dabei wird der "elektronische Hausarrest" als relativ billige und gleichzeitig sozial verträgliche Alternative zu kurzen Gefängnisstrafen angepriesen, da die Straftäter weiterhin ihrer [legalen] Arbeit nachgehen können.

Bislang wird dabei allerdings nur überwacht, ob die kontrollierten Personen sich in den vorher bestimmten Bereichen aufhalten und diese Überwachung findet weitgehend "händisch" statt.

"GPS auf Steroiden"

Seminole County hat für die Überwachungsaktion einen langjährigen Vertrag mit der Firma Veridian geschlossen, die die entsprechende Technologie liefert.

Ein Veridian-Sprecher preist "CrimeTrax" dabei als "GPS auf Steroiden" an, da das System automatisch und in Echtzeit die Aufenhaltsorte der "üblichen Verdächtigen" mit aktuellen Tatorten abgleicht.

Daneben kann das System natürlich auch überwachen, ob sich der Fußfesselträger in den vorher definierten Bereichen aufhält, wobei diese sowohl positiv, als auch negativ definiert werden können.

Kein Problem mit Big Brother

Seminole County baut das System derzeit langsam aus, momentan sind erst fünf Straftäter erfasst, in naher Zukunft sollen es 100 werden.

Sheriff Don Eslinger ist allerdings jetzt schon davon überzeugt, dass das System die Polizeiarbeit genauso gravierend verändern wird, wie dies die DNS-Analyse bereits getan hat.

Dass das System eine wahrgewordende Big-Brother-Fantasie ist, stört Eslinger dabei nicht, da ja die Straftäter durch ihre Verbrechen ohnehin einen Teil ihrer Grundrechte eingebüßt hätten.