Bell-Labs-Physiker fälschte Ergebnisse
Vor kurzem schien es noch, als sei der 31-jährige deutsche Physiker Jan Hendrik Schön auf dem besten Wege zum Nobelpreis. Er veröffentlichte revolutionäre Ergebnisse auf dem Bereich der Nanotechnologie, der organischen Halbleiter sowie Supraleiter.
Nun wurde der prominente Wissenschaftler der Bell Labs [Lucent Technologies] von seinem Arbeitgeber wegen gefälschter Forschungsergebnisse gefeuert.
Eine unabhängige Kommission befand, dass Jan Hendrik Schön in 16 Fällen "wissentlich oder fahrlässig falsche Daten veröffentlicht hat".
20 Ko-Autoren wurden freigesprochen
An die 20 ebenfalls beschuldigte Ko-Autoren der fraglichen
Studien wurden von den Vorwürfen freigesprochen. Um eine
Wiederholung der Vorfälle zu vermeiden, wollen die Bell Labs ihre
Forschungsergebnisse in Zukunft verstärkt intern überprüfen.
Bell Labs von Lucent TechnologiesBegründet Fehler mit "hoher Komplexität seiner Arbeit"
Die ersten Zweifel an den Ergebnissen von Schöns Forschungen wurden laut, als ein Kollege entdeckte, dass er bei veröffentlichten Ergebnissen unterschiedlicher Forschungsgebiete die identische grafische Messkurve verwendet hatte.
Schön war es im Experiment gelungen, Nichtleiter in Halbleiter umzuwandeln. Für seine Arbeiten wurde er mit mehreren Preisen in Deutschland und den USA ausgezeichnet.
Schön gab einige Fehler zu und begründete diese mit der hohen Komplexität seiner Arbeit. Ansonsten steht der Wissenschafter aber zu seinen Ergebnissen.
