Markt für digitale Fotografie wächst
Die digitale Fotografie steht nach Einschätzung führender Branchenvertreter erst am Anfang ihrer Möglichkeiten und wird für den Verbraucher künftig bedienungsfreundlicher werden.
Damit die digitale Fotografie das Marktpotenzial ausschöpfen könne, müssten dem Verbraucher vor allem digitale Ausdrucke leicht gemacht werden, sagte der Chef von Agfa-Gevaert, Ludo Verhoeven, zum Auftakt der Branchenmesse Photokina in Köln.
Der wachsende Anteil digitaler Kameras werde den Film-Verkauf zwar zurückgehen lassen, allerdings werde sich der klassische Film auch weiterhin neben der digitalen Technik behaupten.
Die alle zwei Jahre stattfindende Photokina dauert noch bis zum 30. September. Vor zwei Jahren kamen nach Veranstalterangaben rund 160.000 Besucher zu der bedeutendsten Messe der Branche nach Köln.
Kölner Fotomesse startetLukrative Kombination: Digicam, Handy, Internet
"Die Digitalfotografie steht noch ganz am Anfang ihrer Entwicklung", betonte der Chef des Computerkonzerns Seiko Epson, Norio Niwa. Vor allem die Verbindung der Bild- und Informationstechnologie schaffe neue Märkte. So könne man zum Beispiel digitale Urlaubsfotos in Minuten über Handy oder Internet an Daheimgebliebene übermitteln oder auch vorher mittels Software am PC nachbearbeiten.
Der Fotomarkt wird von Experten weltweit auf 80 Milliarden USD Umsatz geschätzt, mit einer Wachstumsrate von drei Prozent.
Durch die Verbindung mit Informationstechnologien entstehe ein viel größerer Markt, mit einem Umsatz von 385 Milliarden USD und jährlichen Wachstumsraten von neun bis zehn Prozent, schätzte der Vorsitzende von Eastman Kodak, Daniel Carp.
81.500 Digicams im ersten Halbjahr 2002 in AT verkauft
Im ersten Halbjahr 2002 wurden in Österreich laut einer Erhebung
von Fessel GfK 75 Prozent mehr Digitalkameras verkauft als im
Vergleichszeitraum des Vorjahres. 81.500 Kameras gingen bislang 2002
über den Ladentisch.
Markt für Digicams boomtPreise müssen weiter sinken
Einen zusätzlichen Schub werde die Branche durch Digitalkameras erfahren, die in Mobiltelefone integriert sind, erwartet Agfa-Vorstand Jesper Möller.
Doch konventionelle Fotoapparate werden nach Überzeugung der Branchenvertreter auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Zum einen würden auch in diesem Jahr auf dem Weltmarkt mehr als doppelt so viele konventionelle wie digitale Kameras verkauft, zum anderen gebe es einen riesigen Bestand an konventionellen Kameras in den Haushalten, betonte Möller.
Eine beachtliche Hürde für den schnellen Eintritt der Digitalkameras in den Massenmarkt sieht Möller auch in der Preisdifferenz zu analogen Kameras. Liege der Durchschnittspreis für eine Digitalkamera in Europa noch bei rund 500 Euro, sei eine analoge Kompaktkamera mit Zoom für durchschnittlich rund 150 Euro zu haben.
