25.09.2002

TAG DES PLANS

Bildquelle: Vivendi Universal

Spannende Weichenstellung für Vivendi

Für Gläubiger, Beschäftigte und Aktionäre des mit rund 36 Millionen Euro verschuldeten Mischkonzerns Vivendi Universal ist der heutige Mittwoch besonders spannend.

Nach knapp 100 Tagen im Amt will Vorstandschef Jean-Rene Fourtou seinen Sanierungsplan vorlegen.

Nur durch Notkredite konnte im Sommer die Zahlungsunfähigkeit verhindert werden. Fourtou versucht, durch Verkäufe Geld zu lukrieren.

Verkaufen ist kein ganzes Konzept

Verhandlungen laufen zudem über die gesamte Verlagssparte, für die diese Woche Gebote abgegeben werden konnten. Die französischen Verlage könnten nach Einschätzung von Branchenkennern 1,5 Milliarden Euro einbringen, nochmals mehr als 1,5 Milliarden Euro wären durch den Verkauf des US-Verlagshauses Hougthon Mifflin möglich.

Doch Anteilseigner und Gläubigerbanken fordern auch eine klare Ausrichtung der gesamten Gruppe, deren Spektrum sich vom Abonnentenfernsehen [Canal+] über den weltgrößten Musikkonzern [Universal Music] bis zum Hollywoodstudio [Universal], dem Telefongeschäft [Cegetel, SFR] und dem "Ursprung" Vivendi Environnement [Wasserversorgung] erstreckt.

Vivendi könnte doch trocken werden

Laut Medienberichten strebt Fourtou eine Konzentration auf das Kerngeschäft im Medien- und Telekommunikationssektor an.

Die gesamte Wassersparte Vivendi Environnement, an der Vivendi Universal noch rund 42 Prozent hält, könnte entgegen früherer Absichtserklärungen doch komplett veräußert werden.

Unklar ist auch die Zukunft der US- Fernsehproduktions- und Kabel-TV-Sparte, die samt Hollywood-Filmstudio in der Vivendi Universal Entertainment (VUE) gebündelt ist.

Das Sanierungskonzept wird jedenfalls mit Spannung erwartet.