24.09.2002

C4ISR-STUDIE

Bildquelle: US-army

Militär-IT-Systeme als Wachstumsmarkt

Der Europamarkt für integrierte IT-Systemarchitektur im militärischen Bereich wird sich grundlegend verändern und dabei kontinuierlich weiter wachsen, so ein Ergebnis der am Montag vorgelegten Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan.

Die jüngsten NATO-Kriege im Kosovo und in Afghanistan waren eine Herausforderung an die Interoperabilität der militärischen IT-Ausrüstung, kommentiert Ben Moores, Industrie-Analyst bei Frost & Sullivan.

Daher werde es bald massenweise neue Standardisierungs-Vereinbarungen in der NATO geben, die die C4ISR-Branche zu einem der flexibelsten und offensten Märkte der europäischen Rüstungsindustrie machen werden.

Der Marktwert der Branche für militärische IT-Austattung wird von Frost & Sullivan für das letzte Jahr auf 6,976 Milliarden USD beziffert.

Chancen für Standard-Software

Frankreich, Deutschland und Großbritannien sind laut Frost & Sullivan bereits dabei, die Leistung ihrer Systeme in der Vergangenheit zu analysieren, um entsprechende Konsequenzen für die Akquisition ziehen zu können:

"Zentrales Thema ist derzeit der Mangel an IT-Ausstattung für Nachrichtendienst, technische Überwachung und Aufklärung sowie akzeptablen Lösungen für den Digitaltransfer", so Moore.

Die neue Beschaffungsplanung werde hier schnell konkrete Formen annehmen. Die Studie sieht trotz der Weltwirtschaftskrise im Bereich der militärischen IT-Ausrüstung zukünftig einen leichten Investitionsanstieg.

Ein weiterer zentraler Wachstumsmotor im C4ISR-Markt sei laut Studie preisgünstige Standard-Software, die ohne Anpassung an die extremen Einsatzbedingungen verwendet werden kann und dadurch hilft, Kosten zu sparen.

Den Gegner cracken

Immer wichtiger wird auch der reine "Information Warfare" für die Kriegsführung. Dazu zählen Elemente wie Crackerangriffe auf militärische und zivile Infrastrukturen im Kriegsfall ebenso wie auch waffentechnische Angriffe auf Führungszentren und Telekommunikationsanlagen.