Morgen Lostag für Cybertron
Das Schicksal der insolventen Wiener Telefongesellschaft Cybertron hängt an einem seidenen Faden.
In der für Dienstag angesetzten Tagsatzung werden rund 460 Gläubiger entscheiden, ob sie dem angebotenen Ausgleich zustimmen. Ausgleichsverwalter Peter Schulyok hofft darauf, eine Barquote von sieben Prozent durchzubringen. Dies werde der "Knackpunkt" sein, sagte der Wiener Insolvenz-Profi Montagnachmittag zur Austria Presse Agentur.
Zuletzt hatten die Gläubiger, wie berichtet, eine Barquote von fünf bis zehn Prozent verlangt. "Zehn Prozent sind sicher nicht drin", so Schulyok. Sollte es am Dienstag eine Einigung auf sieben Prozent geben, hätte die börsennotierte Cybertron die Barquote voraussichtlich im Dezember zu bezahlen. Die Gläubigerschutz-Gemeinschaften KSV und AKV hätten bereits Zustimmung signalisiert, der ebenfalls im Gläubigerausschuss vertretene Insolvenzfonds habe sich zuletzt jedoch noch nicht festgelegt.
Anschlusskonkurs könnte drohen
Ein Anschlusskonkurs könnte bis Dezember trotzdem noch drohen,
fügte Schulyok hinzu. Um das endgültige Aus zu vermeiden, müsste das
angemeldete Forderungsvolumen von rund 84 Mio. Euro auf unter 30
Mio. Euro gebracht werden.
CybertronCybertron wird mit UTA fortgeführt
Von Cybertron ist nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 28. Juni 2002 nicht viel übrig geblieben. Die nach wie vor börsennotierte Company wird gegenwärtig in stark reduziertem Umfang und in Kooperation mit dem alternativen Telekomanbieter UTA fortgeführt.
Cybertron, nach Libro heuer der bisher zweitgrößte Insolvenzfall in Österreich und der bis dato größte in Wien, musste den Gang zum Insolvenzgericht antreten, nachdem die Telekom Austria dem alternativen Telekombetreiber wegen unbeglichener Rechnungen in Höhe von 5,5 Mio. Euro die Telefonleitungen gekappt hatte.
Cybertron-Aktie emittierte mit elf Euro
An der Wiener Börse notierte die CyberTron-Aktie am Nachmittag mit zwölf Euro-Cent um 20 Prozent höher. Die Telekomaktie wurde im Dezember 1999 zu einem Ausgabepreis von elf Euro an der Börse emittiert.
