Bieter wollen wenig für Kabelnetz zahlen
Beim Verkauf des Kabelnetzes der Deutschen Telekom könnte sich einem Zeitungsbericht zufolge die Finanzierung als Hürde erweisen.
Die drei Konsortien, die nach der Prüfung der Bücher voraussichtlich ein Gebot für die Fernsehkabelnetze der Telekom abgeben würden, wollten deutlich weniger zahlen als der Bonner Konzern erwarte, berichtet das "Handelsblatt" vorab.
Die Preisvorstellungen der Bieter lägen um fast eine Milliarde Euro unter den Erwartungen der Telekom in Höhe von 2,5 bis 2,8 Milliarden Euro. Das Bonner Unternehmen versuche daher, künftige Gewinnerwartungen zur Grundlage des Preises zu machen.
Preiserhöhungen und Entlassungen
Um diese erzielen zu können, seien Preiserhöhungen und
Entlassungen geplant, schrieb das Blatt weiter unter Berufung auf
informierte Kreise. Die Deutsche Telekom wollte sich nicht dazu
äußern.
Deutsche TelekomSchuldenabbau vorantreiben
Die Deutsche Telekom will mit den Erlösen aus dem Verkauf der verbliebenen sechs Kabelnetze mit rund zehn Millionen Kunden den Schuldenabbau von derzeit 64 Milliarden Euro vorantreiben. Der Verkauf aller sechs Kabel-Regionen an den US-Medienkonzern Liberty Media für 5,5 Milliarden Euro war im Frühjahr am Einspruch des Kartellamts gescheitert.
An der nun laufenden zweiten Verkaufsrunde beteiligen sich neben Liberty vor allem Finanzinvestoren. Die TV-Kabelnetze der Telekom stehen seit rund drei Jahren zum Verkauf. Die größten drei Netze sind bereits veräußert worden. Übrig sind noch die Regionen Nord- und Ostdeutschland, Bayern sowie Rheinland-Pfalz.
