27.09.2002

SPIEL & KRITIK

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"Ally McBeal" trifft die "Sims"

Heiße Liebesaffären, Intrigen, Machtspiele ¿ wie in einer richtigen Soap-Opera soll es laut Entwickler Monte Cristo mit "The Partners" auf dem Rechner zugehen.

Bei näherem Hinsehen entpuppt sich das Spiel als eine Mischung aus Strategiespiel und der Simulation "Die Sims", bei der der Spieler eine Anwaltskanzlei und ihre Anwälte managen muss.

Grafisch und akustisch kommt das Spiel an "Die Sims" nicht heran, die Kampagnen sind dafür willkommene Beigabe zu der auf Dauer eher uninspirierenden Simulation.

Missionsziel: Unbemerktes Knutschen

Das Prinzip ist wohl bekannt: Die Charaktere haben verschiedene Vorlieben und Abneigungen sowohl professioneller als auch sexueller Art. Es gibt herrschsüchtige Chefs genauso wie Eifersüchteleien und Machtspielchen.

Ziel ist es, Missionen [wie den Chef am Flirten mit der neuen Anwältin zu hindern oder nicht vor der Überwachungskamera zu knutschen] zu gewinnen, sonst wird die Kanzlei geschlossen. Auch die Spielfiguren wollen ihre unterschiedlichen Bedürfnisse befriedigt wissen.

Um Geld zu verdienen, müssen die Anwälte dazu noch verschiedene Rechtsstreitigkeiten gewinnen. All das zusammen kann manchmal in echten Stress ausarten, vor allem bei vielen Spielfiguren.

Grünes Licht zum Stiefellecken

Dabei können sich die Figuren gegenseitig die Stiefel lecken, an den Hintern greifen, aber auch an den Haaren ziehen oder ohrfeigen ¿ ganz wie im TV-Leben eben.

Optisch kein Aufreger

Optisch kommt "The Partners" wie gesagt an "Die Sims" nicht heran, obwohl die stufenlose Zoom-Funktion das bessere Feature ist. Dafür können die Wände nicht optional verschwinden, was die Einsicht streckenweise einschränkt.

Die Linien sind eckig, die Spielfiguren halten das Joypad der Spielkonsole verkehrt herum, und wenn sie aufstehen, stehen sie schon mal mitten im Tisch.

Die Sounds sind gewöhnungsbedürftig: Was wie eine hängen gebliebene Opernarie klingt, soll ein romantisches Lied sein. Die Figuren haben jedenfalls Spaß daran. Und wenn sie sich ausruhen, klingt das durchaus mehr nach Liebesspiel als nach Schnarchen.

Die Objekte zur Befriedigung der Bedürfnisse sind breit gestreut: Von der aufblasbaren Gummipuppe über einen Stepper oder Kondomautomaten bis zum Knutsch-Sofa ist einiges vertreten.