Fake-MMS auf der ifabo 2002
Gleich im Eingangsbereich wurden ifabo-Besucher von hübschen jungen Mädels in enganliegenden, silberfarbenen Anzügen angesprochen. Es handelte sich um für Werbezwecke engagierte Damen, die mit einem Nokia-Handy mit eingebauter Kamera "bewaffnet" waren.
Wer wollte, konnte sich ablichten lassen und später am Messestand der Mobilkom einen Ausdruck des [pixeligen] Fotos abholen. Darüber prangte der Schriftzug "Mit einem Handy fotografiert ... und per MMS verschickt!"
Doch in Wahrheit hatte das Ganze mit MMS wenig zu tun.
Das ist MMS [Multimedia Messaging System]
Bei MMS kann der Anwender unterschiedliche Medien wie Texte, Bilder, Animationen, Video- und Audiosequenzen in einer Nachricht verarbeiten und anschließend als Nachricht über das Mobilfunknetz verschicken. In technischer Hinsicht fungiert MMS als IP-basierte Lösung für die Übertragung von multimedialen Inhalten von und zu verschiedenen mobilen Endgeräten.
Bluetooth statt MMS
Wie die futureZone eruieren konnte, wurden die Bilder nicht per MMS zum Stand der Mobilkom übertragen, sondern via Kurzstreckenfunktechnologie Bluetooth. Dies hat mit einem Mobilfunknetz eigentlich nichts zu tun.
Grund für die gewählte Vorgangsweise dürfte neben Kosteneinsparung und höherer Verlässlichkeit die ungleich kürzere Übertragungsdauer gewesen sein.
Laut Aussage des "MMS Promotors" der Mobilkom hätte eine Übertragung eines einzelnen geschossenen Bildes auf ein anderes A1-Handy [oder auch den Laptop, von welchem die Fotos ausgedruckt wurden] etwa eine halbe Stunde gedauert: "Wenn man Glück hat, geht es vielleicht auch in fünf Minuten. Aber hier auf der Messe wird viel telefoniert."
Teenager können MMS nicht bezahlen
Eine neue Studie des Londoner Wireless World Forums [W2F] rechnet
mit derzeit gängigen Prognosen in der Mobilkommunikations-Branche
ab. Die von verschiedenen Seiten lancierten Vorhersagen für den mit
MMS erzielbaren Umsatz werden dabei gleich um 80 Prozent nach unten
korrigiert.
MMS kein Nachfolger von SMSTraum und Wirklichkeit
Für die Messe war die Promotionaktion eine nette Spielerei.
Doch am wirklichen Markt läuft MMS Gefahr, ein WAP-ähnliches Schicksal zu erleiden, wenn bei den Usern Vorstellungen über die neue Technologie geweckt werden, die anschließend nicht erfüllt werden.
