21.09.2002

TRANSPARENZ

Bildquelle: ORF.at

Rumänien spart durch Onlineshopping

Viele Regierungen hoffen auf Einsparungen durch die Verlagerung der Beschaffung notwendiger Produkte ins Internet.

Doch die entsprechenden Systeme für E-Procurement gibt es noch kaum. Konkrete Pläne existieren, wenn überhaupt, nur auf dem Papier. Nicht nur die Unternehmen, auch die Behörden sträuben sich bisweilen gegen die Veränderungen.

Anders in Rumänien. Dort hat die Regierung eindeutige Vorschriften erlassen und ein Pilotprojekt gestartet. Die eigenen Dienststellen wurden nicht lange gefragt, sie müssen das neue System verwenden.

E-Procurement

Der Begriff "E-Procurement" bezeichnet die elektronische Abwicklung von Beschaffungsvorgängen. Neben dem herkömmlichen Online-Shopping umfasst der Begriff beispielsweise auch inverse Versteigerungen [wer das günstigste Angebot macht, erhält den Zuschlag für den Auftrag] oder elektronische Rechnungsstellung.

Transparenz - jeder kann beiwohnen

Bei der Gelegenheit wurde auch die Transparenz der Verwaltung verbessert. Jedermann kann kostenlos Einsicht in laufende oder abgeschlossene Beschaffungsvorgänge der öffentlichen Hand nehmen.

Im rumänischen Ministerium für Kommunikation und IT gibt es mit Ion Marcu einen eigenen Koordinator für das E-Procurement. Seinen Angaben zu Folge hat das Pilotprojekt bereits Einsparungen in Höhe von rund vier Millionen Euro ermöglicht, was etwa einem Zehntel der Installationskosten entspricht.

Dabei, so Marcu, hätte man viele Dienststellen zwingen müssen, überhaupt mitzumachen: "Wir haben die Leute gezwungen das System anzuwenden. Das ist der einzige Weg. Es gibt jetzt Gesetze, nach denen bestimmte Güter und Dienstleistungen von der öffentlichen Hand nur mehr online geordert werden dürfen."

Ausschreibung für endgültige Plattform läuft

Bislang haben sich 488 Dienststellen online eingedeckt. Dabei wurden etwa nicht nur Verträge über Büromaterialien, sondern beispielsweise auch über Arzneimittel oder Spitalsausrüstung abgeschlossen.

Die Plattform ist entsprechend in einen Bereich für "Standard-Produkte" und einen für "Komplexe Produkte" geteilt. Über 3.000 verschiedene Güter oder Dienstleistungen von über 1.000 Anbietern sind bereits online gehandelt worden.

Als Reaktion auf den Erfolg des Pilotprojektes, das eigentlich erst gegen Ende des Jahres ganz fertig gestellt sein wird, soll ein größeres System für den Regelbetrieb angeschafft werden. Die entsprechende Ausschreibung ist bereits erfolgt.