Ein Jahr Gnadenfrist für ICANN
Das Handelsministerium der USA hat der ICANN ein weiteres Jahr den Vertrag verlängert, dabei aber verschiedene Auflagen gemacht.
Unterstaatssekretärin Nancy J. Victory unterstrich bei der Bekanntgabe die große Enttäuschung über die geringen Fortschritte, die die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers in der Vergangenheit erzielt habe.
Das berichtet die "New York Times" in ihrer heutigen Ausgabe. Einzig ein gewisses Reformbemühen der Organisation in den letzten Monaten würde die Vertragsverlängerung rechtfertigen.
Wahlen abgeschafft
ICANN war 1998 von der US-Regierung mit der Aufsicht über die
Vergabe der Domain-Namen, also der Endungen wie .com oder .at,
beauftragt worden. Die "Internet Corporation for Assigned Names and
Numbers" hatte zuletzt auf ihrer Sitzung in Bukarest umfassende
Reformen eingeleitet. Unter anderem wurde die Direktwahl der
Mitglieder durch die Internet-Nutzer wieder abgeschafft. Die
ICANN-Vorstandsmitglieder sollen künftig von Ausschüssen ernannt
werden, die einzelne Interessengruppen wie die Wirtschaft, Techniker
oder Regierungen vertreten. Ein Reformausschuss sollte bis zur
nächsten Sitzung im Oktober konkrete Umsetzungsvorschläge
unterbreiten.
ICANNKonkrete Ziele für die nächsten 12 Monate
Das Handelsministerium hat der ICANN konkrete Aufgaben für die nächsten zwölf Monate gesteckt. Es soll mehr Offenheit in die Entscheidungsprozesse der Organisation einziehen, gegenüber den nationalen Regierung soll künftig die Beratertätigkeit im Zentrum stehen.
Dazu muß die ICANN vierteljährlich an das Handelsministerium berichten.
